RE:Nikomedes 6

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVII,1 (1936), Sp. [1936 497]–[1936 499]
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6) N. IV. Philopator (Appian. Mithr. 7. Licinian. p. 34) folgte seinem Vater Nikomedes N. III. 94 [498] v. Chr.: Appian. Mithr. 7. Licinian. a. O. Memn. 30, 3, mit Zustimmung des römischen Senates: Iustin. XXXVIII 3, 4. Memn. a. O. Appian. Mithr. 10. Er war zunächst mit einer Schwester seines Vaters verheiratet gewesen und führte dann die Tochter des Ariarathes VI. Epiphanes, Nysa, heim: Licinian. p. 36. Bald nach der Thronbesteigung beseitigte er seine Gemahlin und rief seinen Stiefbruder Sokrates ὁ χρηστός an seinen Hof. Dieser suchte jedoch zunächst Rom für sich zu gewinnen und warf sich dann dem Mithradates in die Arme: Licinian a. O. Memn. 30, 3. Appian. Mithr. 10. Der pontische König soll zuerst einen Mordanschlag auf N. versucht haben: Appian. Mithr. 57, und unterstützte dann Sokrates mit Waffengewalt, so daß dieser die Herrschaft gewann: Appian. Mithr. 10. 57. Iustin. XXXVIII 3, 4. 5, 8. Trog. prol. 38. Liv. per. 74. 76: um 90 v. Chr. Er nannte sich N. (Reinach Mithr. Eup. 109, 2). N. begab sich nach Rom und wurde in sein Reich zurückgeführt: Appian. Mithr. 11. Iustin. XXXVIII 3, 4. Memn. 31, 1. Darauf beseitigte Mithradates den Sokrates: Iustin. XXXVIII 5, 8. N. war nun so unklug, sich von dem römischen Gesandten M.’ Aquilius gegen Mithradates aufhetzen zu lassen; er fiel unter dem Vorwand, die entstandenen Kosten eintreiben zu wollen, in Pontos ein und sperrte die Meerengen: Cass. Dio frg. 99 Boiss. Appian. Mithr. 11. 12. Iustin. 30 XXXVIII 5, 10. Über den Ausbruch des Krieges zwischen Mithradates und den Römern vgl. Geyer o. Bd. XV S. 2169. Nachdem Mithradates sich anfänglich zurückgehalten und bei den römischen Gesandten Beschwerde eingelegt hatte: Appian. Mithr. 12–l4‚ ging er energisch vor, als seine Gesandten an die Grenze gebracht wurden: Appian. Mithr. 16. N. stand mit 50 000 Mann und 6000 Reitern im Osten Bithyniens gegen Paphlagonien: Appian. Mithr. 17. Sein Heer wurde 88 v. Chr. im Tal des Amnias beim Betreten pontischen Bodens von den pontischen Feldherren Archelaos und Neoptolemos auseinandergetrieben: Appian. Mithr. 17. 18. Memn. 31, 1. Strab. XII 562. N. selbst floh zunächst mit den übrigen nach Paphlagonien, sein χαράκωμα, doch wohl schon in Bithynien‚ wurde mit reichen Schätzen eingenommen und viele Gefangene gemacht, die Mithradates großzügig entließ, um sich Freunde zu machen: Appian. Mithr. 18. N. begab sich zu M.’ Aquilius, der vor Mithradates zurückwich, aber bei Proton Pachion mit starkem Verlust auseinandergesprengt wurde. N. hatte sich nach einem verlustreichen Gefecht seiner Reiter wohl schon vor der Schlacht zu dem Statthalter von Asien, C. Cassius, begeben: Appian. Mithr. 19. Memn. 31, 2. Cassius und N. zogen sich nach der Gefangennahme des Aquilius nach Leonton Kephale (Hirschfeld Berl. Phil. W. 1891, 1386f.) zurück und suchten ihre Truppen durch ausgehobene Phryger zu verstärken. Doch mußten sie dieses Unternehmen wegen der Weigerung der Ausgehobenen aufgeben. N. eilte über Pergamon nach Italien: Appian. Mithr. 19. Strab. XII 562. Mithradates war nun im Besitz ganz Bithyniens: Memn. 31, 3. Iustin. XXXVIII 3, 8. Appian. Mithr. 58. Nach dem Tode Fimbrias ließ Sulla N. nach Bithynien zurückführen, 84 v. Chr.: Appian. Mithr. 60. Memn. 35, 2. Plut. Sulla 22. 24. [499] Seitdem blieb er unbelästigt bis an seinen Tod, der kurz vor 74 v. Chr. eingetreten sein muß: Ap isn. Mithr. 71. In diese Zeit fallen die Beziehungen des jungen C. Iulius Caesar zu N.: Plut. Caes. 1. Suet. Caes. 2. Cass. Dio XLIII 20, 2-4. Vgl. Groebe o. Bd. X S. 187. - Im Testament vermachte er sein Reich den Römern: Appian. a. O.; bell. civ. I 111. Arrian. Bith. I 4 Roos. Liv. per. 93. Nach Sall. hist. II 71. IV 69, 9 erkannte er den Sohn seiner hingerichteten Gemahlin Nysa (Licinian. p. 36) nicht als legitim an; von ihr hatte er auch eine Tochter Nysa: Suet. Caes. 49. – Seine Münzen gleichen denen N.’ II.: Head HN² 520. – Literatur zu N. II–IV: außer den genannten Werken von Beloch, Niese, Reinach, Ed. Meyer noch Benecke Cambr. Anc. Hist. VIII 2825. und Rostovtzeff IX a. versch. St.