RE:Orobatis 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVIII,1 (1939), Sp. [1939 1133]
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2) Eine Stadt im nordwestlichen Indien, die der unter dem Befehl des Hephaistion und Perdikkas an den Indos entsandte Heeresteil Alexanders d. Gr. befestigte und mit einer Besatzung versah (Arrian. anab. IV 28, 5). Während Lassen (Ind. Alt. II² 135, 3) O. in der Nähe des Khyber-Passes sucht, Droysen (Gesch. d. Hell.² I 2, 115) auf der Südseite des Kophen, setzt Anspach (De Alex. M. exped. Ind. I 14, 36f., vgl. 28) die Stadt an der Grenze zwischen der Peukelaotis und dem Gebiet der Assakener an und sieht in ihrem Namen etwa ein indisches Girivraja (,Bergfeste‘); er hält O. für identisch mit jener Stadt, in die sich der aufrührerische Hyparch der Peukelaotis Astis (s. Suppl. Bd. IV S. 51) geflüchtet hatte und die nach dreißigtägiger Belagerung erobert wurde, wobei auch Astis seinen Untergang fand. An seine Stelle wurde Sangaios, der vor Astis zu Taxiles geflüchtet war, eingesetzt (Arrian. anab. IV 22, 8). Diese Gleichsetzung der beiden Städte ist unsicher; denn gegen Astis’ Stadt ist nur Hephaistion vorgegangen, wie Arrianos hervorhebt, während O. zu einem befestigten Platz ausgebaut wurde, in dem eine Besatzung zurückgelassen wurde, ohne daß von einer Belagerung die Rede wäre. Die Stadt des Astis wurde durch ihn ins Verderben gestürzt, was wohl ihre wenigstens teilweise Vernichtung nach so langer Belagerung bedeutet. Nur auf Lautähnlichkeit beruht der Lokalisierungsvorschlag von McCrindle (Invasions of India by Alexander 72), der mit O. die am linken Ufer des Landai bei Naushera gelegene Stadt Arbutt gleichsetzt.