RE:Tiare

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI A,1 (1936), Sp. [VI_A,1 762]–[VI_A,1 763]
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Tiare, Stadt in Teuthranien, Plin. n. h. V 126. Hierokl. 661, 8 (Τιάραι) nennt es zwischen Elaia, Pitane auf der einen und Theodosiupolis (= Perperene), Adramyttion auf der andern Seite. Das führt in die Gegend nordwestlich von Pergamon, mehr läßt sich über die Lage nicht sagen. Weder der Ansatz in der Ruinenstätte an der von Jokari Bei Köi nordwestlich nach Adramyttion führenden Straße (Fabricius Athen. Mitt. XI 1 f. Thraemer Pergamos 197. 203) noch der in der kleinen Befestigung von Karadja-Kaja bei Aladschaler 7 km westlich von Pergamon (Schuchhardt in Pergamon I 1, 126f.) läßt sich beweisen. Gegen jenen spricht vor allem, daß die dort für T. in Anspruch genommene alte Siedlung mit einiger Wahrscheinlichkeit = Perperene gesetzt wird, Kiepert FOA VIII Text 4a Z. 16f. Wenig wahrscheinlich ist auch die Annahme Thraemers 410, daß Τράριον bei Strab. XIII 607 verderbt sei aus Τιάριον, dem bisher zwar nicht belegten, aber regelrechten Deminutivum von Τιάρα; vgl. Kiepert 4b Z. 53.

Der οἶνος Τιαρηνός, Geop. V 2, 10 Niclas kann [763] mit T. nichts zu tun haben, da er in Bithynien wächst.