RE:Tullius 25

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII A,1 (1939), Sp. [VII_A,1 822]–[VII_A,1 823]
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25) L. Tullius Cicero war der jüngere Bruder des M. Nr. 28 und begleitete 652 = 102 den Redner M. Antonius, der nach der Praetur mit proconsularischem Imperium zur Bekämpfung der Seeräuber nach Kilikien geschickt wurde (Cic. de or. II 2. 3). Im Gefolge des Antonius war ein anderer Arpinate, der mit den Cicerones verschwägerte M. Gratidius als sein Vertrauter (perfamiliaris) und Praefect (Cic. Brut. 168; o. Bd. VII S. 1840); auf dessen Empfehlung wird der wahrscheinlich noch sehr junge L. Cicero Aufnahme in die Cohors praetoria gefunden haben. Wie der mit griechischer Bildung ausgerüstete Gratidius (doctus Graecis litteris Brut.), so war auch L. Cicero humanissimus homo (vgl. die humanitas bei seinem Sohne Nr. 26. Cic. ad Att. I 5, 1) und war daher Zeuge des Verkehrs, den Antonius auf der Reise in Athen und Rhodos mit griechischen Gelehrten hatte (de or. s. auch Herm. LXVII 226). Während Gratidius in Kilikien seinen Tod fand, kehrte L. Cicero mit Antonius wieder heim, verheiratete sich und zeugte einen Sohn Nr. 26, starb aber wohl bald und ließ den Sohn als Waise zurück; das darf daraus geschlossen werden, daß dieser Sohn frühestens um 656 = 98 geboren zu sein scheint, daß er sich [823] an seine gar nicht so viel älteren Vettern M. und Q. sehr eng anschloß und auch selbst mit höchstens dreißig Jahren gestorben ist; die Familie war anscheinend zu Kränklichkeit geneigt (s. auch Nr. 28). Außer dem Sohne scheint er auch eine Tochter hinterlassen zu haben, die L. Aelius Tubero heiratete (s. ebd.).