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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

den muß, und sehr viele Exempelbüchlein, r) die die sogenannten Grechsenträger verkaufen, denen der Orr des Druckes, die Er-laubniß, der Name des Verfassers, mit einem Worte alle Bescheidenheit abgehet, die Meinung von der Wirklichkeit der Gespenster sorgfältig unterstützet. Ich würde unmöglich ein End gewinnen, wenn ich auch von der Fortpflanzung der Geistermeinung von einem Jahrhundert in das andere genauere Betrachtung anstellen wurde. Es ist genugdaß ich in der Kürze den Ursprung derselben bei dem Heydenthum gefunden, und vorgezei-get habe. Sie ist auf eben die Weise, wie die irrige Meinung von der thätigen Hexerey bis auf unsere Zeiten fortgeführet worden.

3§indische Paradics, aus welchem Adam ist verflossen worden, haben zween Bischöfe den Soldaten in einer großen Prvceßion mit Kreuze und Fahnen, mit vergoldeten Palmjweigen durch die von Gold und Edekgesteine gemachte Porte ringeführet. Elendes Gezeug ! Wer die völlige Rrisbcschrribung, und was dem Ornus bei dieser begegnet ist, umständlich wissen will, kann sie selbsten Nachlesen, wenn er seine kostbare Stunden unnütz vertragen will.

t) Der gemeine Mann, der wie jener Dorspriester bei dem belobten Canus alles, was gedrucket ist, glaubet; halt alle Mahrchen eines müßigen Kopses für heilige Wahrheiten. Es laßt sich fragen, ob dergleichen Historischen erzählen, eine Materie sry, hie auf die Kanzel gehöre ’t lind wo könnte man es erfragen ? mich deucht es, daß, ungeacht der Gebrauch zur Fastenzeit Erempel auf der Kanzel erzählen in ganz Baiern rin altes Herkommen ist, eine wachsame Obrigkeit wohl ernsthaft untersuchen dürfte, ob dieser Gebrauch nicht weit mehr zum Schaden als Nutzen der Seelen seyn könnte, besonders wenn man dergleichen GeschichtenErzählungen mit Unwahrheiten, Liebesbriefen, ungereimten Ausdrückungcn vermengt, wie leider! viele davon beschaffen sind. Es wäre zu wünschen, daß die Herren Pfarrer nach der Vorschrift der geistlichen Ordinariaten solche ohne Ort, Erlaubniß und Name des Verfassers gedruckte Bücher den Verkäufern wegnehmen, und verbrennen möchten.

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/020&oldid=2866293 (Version vom 1.8.2016)