Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/086

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

86 csr o W) vergossen. Ja, sie haken recht, vollkommen recht ! ich wurde es selbst glauben, -aß sie das Marterkränzleiu erhalten hätte, wenn sie nur ein Türke an das Pult geworfen hätte, da aber dieses ein Engel gethan; so kann ich ihrer Meinung nicht beistimmen: es müßte dann seyn, daß sie mir auch einstünden, daß der Engel aus Haß des Glaubens, oder einer christlichen Lehre die Klosterfrau also an das Pult geworfen hätte, daß sie Blut und Leben verlohren hat. Denn die Gottesgelehrten belehren mich, daß der Tod dem Marterer aus Haß des Glaubens müsse zugefüget werden. Ich frage ferner: ob man diese Geschichte nicht natürlich erklären und sagen könnte, Hortulana feye zufälliger Weise an das Pult gefallen, und sie habe durch einen harten Fall eine große Wunden empfangen, und durch vieles Blutvergießen gestorben? denn sie glauben nicht, wie in allen Fällen ich mich an die Regel halte, welche saget: was füglich aus natürlichen und gewöhnlichen Ursachen erkläret werden kann, muß keiner übernatürlichen Lraft der Geister, oder göttlichen Wirkung zugeschrieben werden. Was sagen sie zu dieser Muthmassung? Sie sagen: hier findet keine natürliche Erklärung Platz, weil alles dieses, nämlich den von dem H. Engel zugefügten Tod, eine gottselige Person in einer Offenbarung erkennet hat. Ich bin es zufrieden, nur will ich sie gebetten haben, auch den Namen dieser gottseligen Person bei dem zweyten Abdruck beisetzen zu lassen. Denn so wundervolle Begebenheiten, die nur so schlechthin mit der Zeugniß: Alles dieses hat eine gottselige Person Ln einer Offenbarung erkennet: unterstützet find, finden nur bei jenen einen Glauben, die alles glauben, und nicht wissen, warum sie glauben. Ich frage weiter doch nein. Ich will nicht mehr fragen, dieleicht haben diese wenige Fragen schon viele gegen mich aufgebracht, jedoch ich hoffe, daß sie mir leicht vergeben werden, wenn sie bedenken, daß jch also reden müßte, damit man künftighin bescheidener schreibe, n und

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/086&oldid=2866358 (Version vom 1.8.2016)