Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/099

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

 (W ° !S) “

* Die Aposteln auf dem Berge Tabor fielen auf ihre Gesichter für Schrecken, Manue und sein Weib suäic. c. iz. fielen ebenfall-auf die Erde, sobald sie den Engel erkannt haben, und vermeinten, sie wurden darüber des Todes sterben, und Jakob nennte jenen Ort, wo ihm die Engeln erschienen, einen erschrecklichen Ort. Verursachet die Erscheinung eines guten Geistes so viel Schrecken und Furcht in unser Gemüth ? Wie groß wird diese seyn bei Erblickung eines bösen Geistes? Ich glaube, daß bei Gelegenheit, wo jemand einen Geist siehet, sich der Mensch so wenig verleugnen kann, als wenn er den Tod vor Augen siehet. Der Tod, so natürlich er dem Menschen ist, bringet er Entsetzung, und sollte der Mensch vor einem Geiste sich nicht entsetzen, der der Natur ganz entgegen ist ? Lese man doch die Gespenstergeschichten, und man wird finden, daß die herzhaftesten Männer bei Erblickung eines Geistes aller Muth und Standhaftigkeit verlassen habe. Nur jene, welche nach der abgeschmackten Meinung der Hexen-Vertheidiger Buhlschaften mit dem Teufel treiben, könnten durch lange Uebung so viel Muth erhalten haben, mit den Geistern um-zugehen. Aus dieser Bewegursache also scheinet mir sowohl diese als viele andere Gespenstergeschichten unwahrscheinlich zu seyn, wo nämlich Menschen mit Geistern Handlungen borgenommen, die nicht die geringsten Anzeigen einer Furcht gegeben haben.

Unter diese Geschichte zähle ich die Erzählung in der neu erbauten historischen Schaubühne, gedruckt im Jahr, da fast aller Orten Krieg war 1709. bol. 96. daß nämlich Vasquez von Aiola -u Bononien in einem unbewohnten Hause, welches er wohlfeile halber mit zweyen jungen Spaniern in Bestände genohmen hat, eines Gespenstes gewahr worden, welches, wie der Geist des Athe-nodorus von dem Ansehen, und mit Ketten beladen wäre; auf -essen Wink folgte Aiola, da ihm aber auf der Stiege das Licht Nn aus-

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 99. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/099&oldid=2866394 (Version vom 1.8.2016)