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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

(Bl o Br) nrs n . M Klugheit der großen Weltweisinn hnt durch andere Mitteln den Wahnwitz und Aberglauben, die Furcht und Bethörung verjaget, die kleingläubige und einbilderische Gemüther marterten. Man weis in Ungarn nichts mehr von den Hexen, und die Furcht von den Vampyrn ist verschwunden, p) Hätten die Völker, die sich Qz vor.

gebenheiten mit den Vampyrn, die sich unter dem Pöbel verbreitet, der Glaubn Würdigkeit nicht würdig seven. Noch weniger ist auf die Proteste, und Rechtsn formalitäten zu halten, bei einer Materie, dir in das Fach der Weltweishcit gehöret. Man hat schon geglaubt, daß es Vampyrn gebe, ehe man die Untersuchung angefangen, ob ein Vampyr sey. Ein schönes Beispiel von der Gültigkeit, dergleichen Proteste könnten ihnen auch die Herenprocesse geben. Es kann r) natürlich feyn, daß die verscharrten Körper fiüßiges Blut von sich geben. Es sind Gegenden, die den Körper frisch und gesund erhalten, und zu Toulouse in dem Franciscanerkloster ist eine Höhle, wo die Körper nach zweyhundert Jahren in ihrer Vollkommenheit gesunden werden. Durch die Höhe der Sonne, und durch die empfindlichste Hitze bei Tag können die salprtrischen und schwefiichtrn Theil, welche sich in der Erde, den Körper ;u erhalten, befinden, erwärmet werden, und die Theile, welche in dem ciogefcharrten Körper sind, werden zu Gährung gebracht, und daß geronnene Blut lauft nach und nach durch die Kanäle. Die kalte Rächt, und der Lust in Ungarn tragen ebenfalls nicht wenig bei, und wären ihnen ihre Augen nicht ju lieb, so wollte ich ihnen anrathen, hievon des Hrn Gön mvry ’kentsmen 6e Mllole serls blun^srici zu lesen, c. 2. §. 20. wurden sie schöne Sachen finden. Es kann z) die Furcht ausgesogen zu werden, die die Einbildung erreget, und die der Mensch unterhält, selben alle Farbe, und das Leben rauben. Diese Furcht isset, trinket, gehrt, handelt, und schlaft mit einem solchen Menschen. Die Einbildung ist auch im Schlafe munter, und stellet ihm Gespenster vor, die ein Unding sind, und diese starke Einbildung ist sehr leicht im Stande, dem Menschen nebst der natürlichen Farbe das Leben zu benehmen. Sie verzehrt den Leib, wie die Motten das Gewand, jaget das Blut in das beängstigte Herz, und rüstet den Tode: denn Kircherus und Hellmontius lenkst, äe keile halten dafür, daß von der Einbildung vor der Pest, die Pest bei einigen entstanden seye, und daß oft eine epidemische Krankheit der Einbildung und dem Bilde des erschrockenen Orchäu(oder Werkmeister der Lebensgeister, der alle Dern

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/125&oldid=2866377 (Version vom 1.8.2016)