Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/128

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

128 (S! o W) n n / n seine gütige und artige Aufführung, und viele witzige Streiche, die man von ihm erzählet, solches hinlänglich beweisen, und was einen jeden vollkommen in dieser Meinung bestärken kann, ist dieses, daß es ihm sehr schmeichelt, wenn man ihn mit dem Titel eines Schatzmeisters beehret. Die Kräutler, die auf diesem Gebirge Wurzeln suchen, nennen ihn insgemein vonüneJoannes. Den Namen Riebenzahl höret er aber nicht gerne, und er thut sehr oft auf Irrwege führen, oder sonst was wegen diesem seinen Unwillen empfinden lassen. In jetzigen Zeiten aber ist sein Ruhm, Ansehen und Herrschaft sehr weit herabgesetzt. Seine Abentheuer werden alle Tage weniger, und man will ihn und seine Thaten gar für eine Erdichtung halten. Reisende thun ihn verschmähen, und seiner spotten ohne sich seiner Rache wegen zu fürchten. Selbst die Einwohner dieses Gebirges, welchen er manches Geheimniß der Natur entdecket, Wurzeln, Gold und Silber öfters geschenket hat, bedauren, daß Hr. Riebenzahl in diesen Zeiten unsichtbar geworden seye. Lindner hat ihn auf seiner Reise über das Riesengebirg nirgends mehr antreffen können, er hat ihn allenthalben aufgesucht, und uachgefraget. Sein Fleiß und Mühe war vergebens, und aus Verdruß, daß er denHrn Schatzmeister nirgends gesehen, hat er in das Buch der letzten Hütte diese Verse eingeschrieben r Wohin beruffner Riebenzahl, Du Pickelhäring alter Zeiten?

Gelüstet dich nicht noch einmal Nach deinen alten Herrlichkeiten?

Du warst der Berge Herr, du warst der Schatzverwalter, Der Zeiten Aberwitz hat dich als Prinz bekränzt.

Wo bist du aber nun, du Herr, du Prinz, du Alter?

Du hast als Riebenschw die Zeit, sie dich geschwänzt.

Ich n

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 128. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/128&oldid=2866362 (Version vom 1.8.2016)