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durch Wasser, selbst, wenn es auf dem höchsten Grade der Hitze steht, Feuer fangen kann, was bei Dampfheizung nicht behauptet werden darf.

Die Sicherheitszünder werden je nach dem bestimmten Zweck verschieden angefertigt, z. B. für Sprengungen in trockenen Gegenden und dann für Sprengungen in mehr oder weniger nassem Gestein, bis zu Sprengungen unter Wasser, z. B. in Flußbetten, Häfen u.s.w. Ferner werden wasserdichte Patronen in jeder beliebigen Größe geliefert.

Als die berühmtesten und gangbarsten Erzeugnisse können bezeichnet werden:

gewöhnliche fünfzehnellige Zünder und für Sprengungen in trockener Gegend,
weiße oder Grubenzünder
einfache und doppelte Wasserzünder für nasse Gegenden und
Gutta-Percha-Wasserzünder für Sprengungen in tiefem Wasser.

Die Erzeugnisse der Bickfordschen Etablissements befanden sich auf den Weltausstellungen in London und Paris und erhielten

in London, 1851, die Prämie erster Klasse;
in Paris, 1855, die Prämie zweiter Klasse.

Dieses Etablissement hat diverse Maschinen und da die Erfindung der Zünder aus England stammt, haben sämmtliche Maschinen durchgehend ihre ursprünglichen englischen Namen behalten. Es sind:

15 Spinning machines,
8 Countering machines,
2 double countering machines,
2 taping machines,
14 Spooling machines mit 600 Spools,
2 varnishing apparatees,
1 Gutta-Percha apparatees.

Sämmtliche Maschinen werden durch Menschenhände in Gang gesetzt.

Beschäftigung finden hier fortwährend ein Correspondent, ein Buchhalter, ein Reisender und vierzig bis fünfzig Fabrikarbeiter.

Der Absatz der Sicherheitszünder erstreckt sich nach allen Gegenden Europas, wo Bergwerke vorhanden sind, auch werden sie vorzüglich bei Durchbrechung von Felsen, bei Tunnels u.s.w. gebraucht.

Der Sicherheitszünder leitet das Feuer stets sicher und gewiß in die Ladung, und erspart viele Arbeit. Er ist von Flachs fabricirt, hat in seiner Mitte einen Faden von feinem Schießpulver und sieht von außen einer stark getheerten Leine ähnlich. Bei seiner richtigen Anwendung sind Unglücksfälle, welche durch unzeitige Entladung der Sprengarbeiten entstehen, ganz unmöglich, daß diese sonst so gefährliche Arbeit so sicher wird, wie die des Landwirths und jede andere. Die Nadel mit allen ihren gefährlichen Anhängseln von Schilf, Stroh, Zündpulver, Zündpapier u.s.w. kommt gänzlich in Wegfall. Er brennt so langsam und zu einer bestimmten Zeit – achtzehn Zoll in der Minute, wenn er eingesetzt ist – daß der Arbeiter leicht die Zeit bis zur Entladung berechnen und sich daher mit weniger Mühe und sicher aus der Gefahr ziehen kann.

Auch gestattet der Zünder, daß man den Besatz ganz fest machen kann, und da er nur eine Oeffnung von der Größe einer Stricknadel läßt, so fügt er besonders dadurch viel zur Kraft der Entladung bei, während bei dem Gebrauch der Nadel ein großer Theil der Kraft durch das umfangreiche Nadelloch verloren geht. So kann ein Viertel des Pulvers, welches nach der alten Methode gebraucht wird, bei Anwendung des Zünders erspart werden und diese Ersparniß deckt vollkommen den Mehraufwand für den Zünder, ganz abgesehen von den übrigen Vortheilen, welche er bietet. Da der Zünder bei richtiger Anwendung die Ladung fast in der Mitte entzündet, so trägt er auch so dadurch viel zur Kraft der Entladung bei.

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 229. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/235&oldid=- (Version vom 11.5.2019)