Seite:Anmerkungen übers Theater.pdf/158

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Biron. Und was für mich, meine Liebe, was für mich?

Rosaline. Auch ihr müßt durchs Fegfeuer, eure Sünden sind wie üppig Unkraut Betrug und Meineyd sind euch zu Kopf gewachsen, daher, wollt ihr mich verdienen, so müßt ihr zwölf Monat im Hospital zubringen.

Dümain. Und was für mich.

Cath. Einen Bart, eine Frau und gute Gesundheit.

Düm. O erlaubet mir meine Danksagung.–

Cath. Nicht so, mein Herr![WS 1] zwölf Monath und einen Tag sollt ihr euch den Bart wachsen lassen. Kommt alsdenn mit dem König, so will ich sehen was ich für euch thun kann.

Long. Und was sagt Maria.

Maria. Zwölf Monath Trauer.

Long. Ach, aber die Zeit ist so lang.

Maria. Desto besser schickt sichs für euch, langer Herr.

Biron. Worüber denkt meine Lädy? Seht mich an, guckt hinein zum Fenster meines Herzens, mit welcher Bereitwilligkeit es eure Erklärung erwartet.

Rosaline. Mein Lord Biron! ich habe viel von euch gehört eh ich euch sah, euer Ruf gab euch für einen Mann voll sinnreicher Einfälle und verwundender Stichelreden,

die ihr auf alles ohne Unterschied abschösset

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Heer.
Empfohlene Zitierweise:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Weygandsche Buchhandlung, Leipzig 1774, Seite 158. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Anmerkungen_%C3%BCbers_Theater.pdf/158&oldid=- (Version vom 31.7.2018)