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Wäre der Flammenbogen unbeweglich, der Magnet dagegen beweglich gewesen, so würde jener denjenigen Pol von diesem, mit dem er in Berührung stand, nach irgend einer Richtung abgelenkt haben, und zwar, da der Flammenbogen nach oben ausgebogen war, und seine glühenden Anfangspunkte sich auf dem Magneten und der Kohle möglichst weit nach oben begeben hatten, er selbst also gleichsam über dem Magnete schwebte, den Südpol des Magneten in No. 1 und 3 nach Süden, den Nordpol in No. 2 und 4 nach Norden. Da aber der Magnetstab unbeweglich und der Lichtbogen beweglich war, so mußte dieser in entgegengesetzter Richtung rotiren.

Es verhält sich demgemäß der Flammenbogen, sowohl was den Widerstand, den der cursirende Strom in ihm findet, als auch sein attractorisches Verhältniß zu magnetischen Kräften betrifft, genau so wie jeder andere feste Leiter der galvanischen Elektricität.



X. Ueber die Dichte des Essigsäuredampfs bei verschiedenen Temperaturen; von A. Cahours.
(Compt. rend. T. XIX p. 771.[WS 1])

Da Hr. Melsens in einer kürzlich der Academie überlieferten Arbeit über das doppelt-essigsaure Kali eine leichte und sichere Methode zur Darstellung einer vollkommen reinen Essigsäure mit einem Aequivalent Wasser angegeben hat[1], so unternahm ich es, die Dichtigkeit

  1. Das Verfahren des Hrn. Melsens besteht zunächst darin, daß man essigsaures Kali mit Essigsäure übersättigt; man erhält dadurch ein saures Salz (ein anderes als das früher von Thomson untersuchte, und vielleicht auch als das von Detmer (Phil. Mag. Jun. 1841[WS 2]) angegebene, aber nicht analysirte), welches man zur Krystallisation [594] abdampft und zwischen Fließpapier auspreßt. Er stellt lange, platte, sehr biegsame Prismen dar, die, nach Hrn. Provostaye, zum geraden prismatischen System gehören. An der Luft zerfließt dieß saure Salz, doch weniger als das neutrale. In Alkohol ist es leicht löslich, doch in warmem mehr als in kaltem. Getrocknet kann es in trockner Luft oder im Vacuo bis 120° C. erhitzt werden, ohne mehr als ein Paar Tausendstel an Gewicht zu verlieren. In diesem Zustande mit einem Gemenge von Kupferoxyd und Antimonoxyd verbrannt und das Kali bestimmt, gab es im Mittel zweier Versuche Kohlenstoff =29,75, Wasserstoff =4,35; Kalium =25,2, entsprechend der Formel , oder, wie Hr. Melsens sie schreibt, (worin ). Bei 148° C. schmilzt dieß Salz und verliert, wahrscheinlich wegen des hygroskopischen Wassers der Atmosphäre, ein wenig Säure; bei 200° kommt es in’s Sieden und giebt reichlich Säure aus, bis zuletzt bei 300° C. nur neutrales Salz übrig bleibt, welches dann sich zu zersetzen anfängt. Die Säure, die man hiebei (zwischen 250° und 280° C.) erhält, ist rein, denn zufolge einer Analyse enthielt sie 39,9 Proc. Kohlenstoff und 6,7 Proc. Wasserstoff, entsprechend der Formel . (Compt. rend. T. XIX p. 611.[WS 3])

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Aug. Cahours: Recherches sur la densité de vapeur de l’acide acétique à diverses températures. In: Compte rendu des séances de l’Académie des sciences. Bd. 19 (1844), S. 771 Gallica
  2. Detmer: On Bleaching Salts. In: The London, Edinburth, and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science. Bd. 18 (1841), S. 422 Biodiversity Heritage Library
  3. Melsens: Note sur la fabrication de l’acide acétique. In: Compte rendu des séances de l’Académie des sciences. Bd. 19 (1844), S. 611 Gallica
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Annalen der Physik und Chemie, Band LXIII. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1844, Seite 593. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Annalen_der_Physik_und_Chemie_Bd_63_1844.pdf/604&oldid=- (Version vom 31.7.2018)