Seite:Authentische Berechnung was eine Judengemeinde von 26 Haushaltungen jährlich zum Unterhalt ihrer bettelnden Glaubensgenossen beytragen muss.pdf/5

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und Frühstück. Fürs Nachtlager muß sein Wirth einen Kreuzer bezahlen; denn man hat der Reinlichkeit wegen und um Ansteckung zu verhindern, ein besonderes Zimmer ausgemittelt, wo jeder seine Gäste zum Nachtlager hinschickt. Zur Wegzehrung bekommt jeder Gast einen Kr. von seinem Wirth, ohndas, was er noch von andern jüdischen Einwohnern des Orts erbettelt, mit in Rechnung zu bringen.

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Bey den theuern Lebensmitteln zur jetzigen Zeit ist also der Anschlag gar nicht hoch, wenn er für den Kopf auf 10 Kr. angenommen wird. Dazu kommt aber noch ein besonderer Zusammenschuß von Zeichen, die sich auf den Schabbat beziehen, weil sie da 2 Nächte erhalten und besser verpflegt werden müssen. Der in 150 Billets bestehende Zusammenschuß geht jährlich dreymal aus. Summa 450. Ich setze jedes dieser Zeichen, weil der Gast länger bleibt und besser gehalten werden muß, auf 20 Kr. Folglich sind 1200 Zeichen zu 10 und 450 zu 20 Kr. zu berechnen. Das macht 350 fl. Rhein. Dieses bey einer Anlage von 7200 Fränk. oder 9000 fl. Rhein. zu verwendende Almosen steuert die Gochsheimer Judenschaft jährlich an ihre bettelnde Mitbrüder und Mitschwestern