Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/155

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Handel, sieht aber dabei nicht allein durch die Finger, sondern begünstigt ihn sogar; wie sie denn alle übrigen Bedrückungen und Plackereien die auf der ganzen Küste von Terra Firma begangen werden, begünstigt, da sie doch dieselben so leicht verhindern, und ihnen abhelfen könnte. Dennoch standen die Königreiche Venezuela und Sancta Marta, die sich über vierhundert Meilen erstrecken, schon damals unter ihrer Gerichtsbarkeit, wie sie denn noch jetzt unter derselben stehn. Alle jene Indianer wurden ohne die mindeste Ursache, und bloß aus verkehrtem boshaften Willen, zu Sklaven verkauft, weil jene habsüchtigen Tyrannen hierdurch ihre unersättliche Geldgierde zu befriedigen suchten. Auf gleiche Art machten es alle andern Tyrannen in ganz Indien, indem sie diese unschuldigen Lämmer und Schafe nebst allen ihren Angehörigen auf die grausamste widerrechtlichste Art aus ihren Wohnungen rissen, mit dem Zeichen des Königs brandmarkten, und als Sklaven verhandelten.

Empfohlene Zitierweise:
Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 155. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/155&oldid=- (Version vom 31.7.2018)