Seite:Beschreibung der Gegend, in welcher die gräfliche Residenz Castell liegt, der darin befindlichen Erd- und Steinarten, und anderer Producte.pdf/7

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auf die jetzige Beschaffenheit des Bodens gehabt haben, wozu dann der benachbarte Main das Seinige gewiß beygetragen hat.

Darf ich eine, mir sehr wahrscheinliche Muthmassung über die fette Castellische Damm- und Garten-Erde wagen, so stelle ich mir die Sache so vor: der Main hat ehemahls durch seine Fluthen die ganze Ebene mit Sand überführt, das Steigerwaldische Gebirg aber hielt seinen Lauf auf. Nun besteht aber der Theil des Steigerwaldischen Gebirgs, welcher Castell umschließt, größtentheils aus Gyps und Kalchsteinen: aus diesen verwitterten Steinarten bildete sich ein anderes Erdreich, welches der Regen nach und nach von den Bergen herabschwemmte und damit den Sandboden überzog. Die ganze Lage der Gegend macht diese Vermuthung äusserst wahrscheinlich.

Doch nun zurück auf unsere Berge! Das Hauptgebirg, an welchem Castell liegt, bestehet unten aus oben benannter schwarzen Damm-Erde, zwischen welcher Gypsfelsen, und zwar in verschiedenen Richtungen, liegen. Der Boden ist dennoch fruchtbar und auch zum Weinbau geschickt. Mit unter findet man auch Kalch- und kleine Sandsteine. Nach und