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Das wetter hât sich gendret, die wind send worden grôsz,

gar phend send wir hin grennet des wârend wir gar frô;
doch forchtend wir den schiffbruch sêr
die wellen grim herschluogent der kiel ward bedeckt mit mêr.
 

bl. 26a.
Wir send vil tag gewesen im schiff aun feur vnd licht

der wind mit sînen wellen kain feur nit brinen liesz;
dô was kain kurz wîl tag vnd nacht,
sorg vnd angst, mit betten und das mit lûter clag.
 
Warm spîs was dô seltzen, das brôtt blutt nasze was,
das mer hâts alz versalzen, bett vnd hess was nasz,
esz schwindlet alles, das dô was
dô glust niemen ze essen, wen d spîs glîch von im brach.
 

1009
In grôsz nôt sind wir komen ein fart bî venster nacht,

esz blitzget und was tondren und regnet dô bî vast,
der wind was ungemeszen hert
das schiff sô vîntlîch krachet, die segel er zarzert.
 
Dô was ein grôsz geschroie im kiel schwoig niemen still
ô Got von himelrîche! uns bilgri kum zehilf!
Wir send verloren ôn dîn gnâd
Marîa bis uns bholfen, die galê z boden gaut.
 
Dô wir alsô ellentent, dô haut Got uns arhôrt
von himel ein licht sendet um den kiel esz sich kêrt,
der wind bald glag, das mer gestond
mit frid send wir gefaren hin von der selben stund.

bl. 26 b.
 
1021
Sô guot wir wetter nimêr das ruow im schiff gut sî.

Leys und flêch mit wirmen, mys, razen, fleugen vil
gar herzlîch ubel stinket d galê
eng und treng mit wunder tuot als den bilgri wê.
 
Jch miest noch gar lang singen êh ichs als arzalt
von unserm vil mislingen durchs mer heriber all,
von tôd haut Got uns dick arlêst;
gen Venedig send wir komen, als loids send wir argezt.
 
As wir nun dâr send komen, dô wurdent etlîch kranck,
hein send gfaren die gsunden in ir veter land.
Her Jörg vom Stain der schied sich ab,
von sînem trewen caplân, der bloib a wenig schwach.
 

1033
Nun far hin edler ritter in dînes vaters land

zu dem wîsen pfleger in Ober Paier land;
mir lît nit an fast grôszi nôtt
bald wil ich nâchlj komen ich bin nit siech zuom tôd.

Empfohlene Zitierweise:
Anton Birlinger (Hrsg.): Felix Fabri: Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbüchlein (1480). E. A. Fleischmann’s Buchhandlung, München 1840, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bruder_Felix_Fabers_Gereimtes_Pilgerbuechlein.djvu/28&oldid=- (Version vom 31.7.2018)