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so unversehens rückwärts in die junge, lebensvolle, bunte Vergangenheit.

Als ich die Freunde vom Kutter „Torstensen“ verlassen hatte, als ich mich Coy, Chico und Chubur anschloß, war es meine Absicht gewesen, nach Kapitän Holger Jörnsens Goldlager zu suchen, lediglich aus Fachinteresse. Ich wußte, daß man auf Feuerland verschiedentlich Gold entdeckt und daß ein Strom von Goldgräbern sich um das Jahr 1895 in die Einöden der großen Insel ergossen hatte. Sie alle waren bitter enttäuscht worden, und heute spricht niemand mehr von diesen Flüssen und Bächen, die wohl alle Gold mit sich führen, aber in so geringen Mengen, daß die Ausbeutung mit wenigen Ausnahmen nicht lohnte. Jörnsens Goldfunde dagegen hier auf Santa Ines mußten anderer Art gewesen sein. Er hatte einmal angedeutet, daß er im Urgestein eine richtige Goldader entdeckt habe, die frei zutage träte und die er trotzdem nicht abgebaut habe. Er verachtete das Gold wie ich. Nach dieser Goldader zu suchen, wie ich es beabsichtigt, wäre ein zeitraubendes Vergnügen geworden. Nun – der Kulturmensch, der mitten in der sogenannten Zivilisation lebt, kann sich wohl leicht etwas vornehmen und es auch durchführen. Ihn lenkt so leicht nichts ab. Er findet keine unerwarteten Hindernisse, ihm begegnet kein Joachim Näsler mit Monokel und Schiffskochmütze, der ihm von einem Dampfer „Starost“ und von einer Höllenmaschine und zehn Rohrstücken berichtet. Jörnsens Gold war für mich erledigt. Nur der Alltagsweg verläuft schnurgerade. Wege abseits vom Alltag sind Labyrinthe des Zufalls.

So lag ich denn nun hier, ließ Goldader Goldader

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/137&oldid=- (Version vom 30.6.2018)