Seite:Das Geheimnis des Meeres.pdf/165

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

in Frankreich, China, Ostafrika, Polen, Rußland. Wir waren Landsknechte. Das lag uns im Blute. Nur mir behagte der Soldatenberuf nicht. War mir zu öde, Olaf … Vier Jahre Leutnant, dann wurde ich Weltreisender. Geld hatte ich genug, wenn auch nicht im Übermaß. 1912 lernte ich Ellinor Mangrove in Monte kennen. Liebe auf den ersten Blick. Ihre zehn Millionen Mitgift waren mir schnuppe. Wir heirateten, siedelten auf die Großfarm in Texas über. Ich wollte arbeiten. Die großzügigen Verhältnisse drüben gefielen mir. Unsere Ehe war ein betäubender Rausch, ewige Flitterwochen. Wir lebten für uns allein, unser Kind und wir selbst genügten uns. So kam der Sommer 1914 heran. Mit einem Male begann Ellinor nervös zu werden. Sie bestellte alle Zeitungen ab, sie vermied jede Reise. Wir lebten vollkommen als Einsiedler. Sie … schloß mich mit raffiniertester Schlauheit von der Außenwelt ab, bestach unsere Leute, und ich – ahnte nichts von dem, was in Europa sich vorbereitete. Sie wußte genau, daß der Krieg mich aus ihren Armen gerissen hätte. Sie brachte es fertig, mich ein volles Jahr gleichsam einzusperren. Und ich – und das ist meine Schuld, Abelsen, ich blieb blinder, verliebter Gatte und Vater, ich merkte nichts! Schon daraus können Sie ersehen, wie schlau sie es angefangen hat, mich für sich zu … retten, wie sie sich später entschuldigte. Dann kam eines Tages der Krach … Ich ritt zu einem Vorwerk, unterwegs begegnete mir in der Steppe ein Nachbar, was man so Nachbar nennt, wo die Farmen acht Quadratmeilen messen. Er, Amerikaner, bereits verhetzt durch die Lügenpropaganda, wollte ohne Gruß vorüber. Ich stellte ihn. So erfuhr ich die Wahrheit. Nun

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 165. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/165&oldid=- (Version vom 31.7.2018)