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„Hallo, Näsler, – – hallo!!“

Meine Stimme ist nie schwach gewesen. Freilich fehlte ihr der eherne Klang des harten Organs Joachims.

Aus der dumpfen Ahnung unklarer Zwischenfälle ward das Empfinden völligen Verlassenseins. Die große, von Geräuschen mannigfacher Art erfüllte Einsamkeit dieses granitnen Erdenflecks inmitten zahlloser Kanäle und Inselchen bedrückte mich. Ich hatte die Büchse für alle Fälle gespannt. Wenn die Turidos erst die drei Araukaner und dann auch Näsler mir weggeschnappt hatten, – natürlich mit Hilfe ihrer Verbündeten, denn diese mußten sie ja den ganzen Umständen nach zur Verfügung haben, dann sollten sie mich jedenfalls nicht so leichten Kaufes abfangen. Der seelische Druck schwand, und Olaf Karl Abelsen bohrte argwöhnische Blicke ringsum in die lästige Düsterheit, – ohne Grund, ohne Zweck, wie sich nach geraumer Zeit ergab, da nichts geschah, absolut nichts, und das war das, was ich am wenigsten erwartet hatte und was mich außerordentlich verwirrte.

Ich begann zu frieren. Meine blaue Seemannskluft, ein Andenken an den Kutter „Torstensen“, war längst durchnäßt. Der Wind war noch weiter nach Süden herumgegangen, und was das für diese Gegenden um Kap Horn bedeutet, weiß jeder Seemann. Mit dem Begriff Südwind verbindet man unwillkürlich stets etwas Laues, Weiches, Mildes, Frühlingshaftes. Hier ist’s gerade umgekehrt. Aus dem Regen wurde Schnee, Hagel. Der Wind eisig … Meine Jacke, meine Hosen wurden hart, gefroren. Meine Hände büßten jedes Gefühl ein. Mein Gesicht brannte dagegen. Also zurück in das Zelt. Diese Temperaturstürze im

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/38&oldid=- (Version vom 31.7.2018)