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Fenster glitt, der Schlaf mich lange Zeit floh, weil ich eben nur noch an ein Nachtlager im Freien oder an eine leicht schwankende Schiffskoje gewöhnt war. Außerdem störte mich auch Coys rasselndes Atmen und die ewige Unruhe hin und her huschender Ratten unter den halb verfaulten Dielen. Die Feuerland-Ratten sind leider noch üblere Viecher als die europäischen, da sie zu einer Spielart der Moschusratten gehören und sehr intensiv riechen. So auch die Stube trotz der leeren Fensteröffnungen. Nein, damals wollte der Schlaf sich durchaus nicht einstellen, und als ich schließlich einschlummerte, war es nur jener Halbschlummer, der niemals erquickt und der unsere Sinne für alle äußeren Eindrücke fast ebenso empfindlich bleiben läßt wie im wachen Zustande.

Ich hatte so kaum eine halbe Stunde da gelegen, als eine dieser langschwänzigen graugrünen Biester dicht neben mir an unserem letzten Paket Zwieback (aus dem Zelte Gerald Mangroves stammend) zu knabbern begann. Ein Fausthieb, ein Quieken – und die Ratte flog gegen die Wand. Das Mondlicht fiel auf das zuckende Tier, dem ich das Rückgrat gebrochen hatte. Um es nicht unnötig leiden zu lassen, nahm ich mein Messer und schlug der Ratte mit der großen Klinge das Genick durch. Der Schlag war allzu kräftig, das verfaulte Fußbodenstück brach durch, die Ratte fiel nach unten und mein Messer glitt mir aus den Fingern … – Kleine Ursachen, große Wirkungen … Ich mußte das Messer wiederhaben, beugte mich zur Seite und fühlte mit der Hand in das Loch hinein. Aber selbst mein Arm war nicht lang genug, den Grund dieser Öffnung zu berühren. – Wir hatten von einer Unterkellerung

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/97&oldid=- (Version vom 31.7.2018)