Seite:Das Geheimnis des Zuni.pdf/12

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Dann schnellte er hoch, blickte wild um sich, starrte Felsenherz mit wutverzerrtem Gesicht an und röchelte:

„Bill Jeffries, Du bist ein Schurke! Stirb – stirb –!“

Er wollte den Trapper, den er mit seinem Feinde verwechselte, packen.

Nur mit Mühe konnte Chokariga ihn auf das Mooslager zurückdrücken.

Das Fieber steigerte sich. Vergebens erneuerte der Komanche nochmals die Verbände. Gerade als die ersten krachenden Donnerschläge des nahenden Gewitters in vielfachem Echo in den Schluchten widerhallten, starb der Zuni. Wenige Sekunden, bevor er seinen Geist aufgab, kehrte ihm die klare Besinnung zurück.

Dankbar drückte er mit letzter Kraft dem blonden Trapper die Hand und flüsterte, nur für Felsenherz verständlich:

„Der berühmte Jäger mag nach dem Berge der Schlangen am Rio Pecos reiten. Dort steht am Ostabhang eine uralte Eiche. Wenn Felsenherz sie erklettert, kann er –“

Dann verließen ihn seine Kräfte. Er konnte den begonnenen Satz nicht vollenden. So starb er, nachdem er seinem Retter sein Geheimnis nur halb anvertraut hatte. –

Am Morgen begrub man ihn in der Schlucht in sitzender Stellung, das Gesicht nach Osten gewendet, schichtete einen Hügel von schweren Steinen um die Leiche auf und bedeckte den Hügel mit mehreren Felsplatten.

Nun setzte sich der Wagenzug wieder in Bewegung. Abermals ritten Felsenherz, der Komanche und Edward Smitson als Späher weit voraus.

Empfohlene Zitierweise:
William Käbler: Das Geheimnis des Zuni. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Zuni.pdf/12&oldid=- (Version vom 31.7.2018)