Seite:De Flügel auf Frapan Ilse.djvu/39

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Gesellschaft zurückfinden, dachte er, ganz berauscht von Rachsucht; einmal mußt’ ich ihr’s doch sagen, wie ich von dieser Spielerei denke. Jetzt sind wir auseinander und zwar gründlich und auf immer.

Er kehrte nicht auf seinen Platz zurück, ihr Gesicht sollte ihn nicht wieder irre machen. Stolz, als ob er mit einem Löwen gekämpft habe und Sieger geblieben sei, verließ er das Schauspielhaus. Den stillen Wunsch, der ihm immer dazwischen reden wollte, den Wunsch nach ihrer jungen Schönheit, brachte er damit kaum zum Schweigen, aber das ging ja nur ihn allein an, sie hatte er rauh abgefertigt, wie sie’s verdiente. Er redete sich ein, dies unwiderrufliche Ende sei genau, was er gewollt, geplant, selbst herbeigeführt habe. Es fehlte noch, daß man sich in Gedanken und Stimmungen von solch einem abhängigen Geschöpfchen abhängig machte! Freilich, langweilig war es ohne diese Geschöpfchen, aber er hatte ja nun auch genug freie Bahn vor sich. „Und mein Herz, was dir gefällt, alles, alles darfst du lieben!“ Das tröstete immer; ausgiebigen Gebrauch wollte er von dieser Erlaubnis machen. Etwas wie die Vision einer reizenden Nachbarin schwebte ihm vor, ein nähendes anmuthiges Figürchen zwischen dürftigen weißen Vorhängen, ein schön geschwungener Nacken unter schwarzem Haarknoten, die mußte er doch näher ins Auge fassen. Es war wie der Duft der vielen ungesehenen

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Ilse Frapan: Flügel auf!. Paetel, Berlin 1895, Seite 31. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Fl%C3%BCgel_auf_Frapan_Ilse.djvu/39&oldid=- (Version vom 31.7.2018)