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der Königin der Nacht zu ringen begann. Es wurde im Stall heller, weil die Nacht von Andreas Hofer besiegt wurde.

Dann nahte der vergißmeinnichtbekränzte Schutzengel und fragte Häcksel streng, ob er noch etwas zu gestehen hätte, er solle sich das Herz durch ein Geständnis erleichtern.

Die Flöhe verfolgten von den Pferderücken herunter dieses Theater im fiebernden Hirn des Sterbenden mit Spannung. Denn da sie ihr Lebenlang mit dem Menschenblut des Häcksels aufgefüttert waren, verstanden sie dieses Blutes Sprache gut und sahen alles, was der Sterbende zu sehen vermeinte.

„Ich wette, er wird nichts gestehen,“ lachte der Jüngste der Flohbrut. „Gesteh nichts, sag nichts, es ist dein gutes Recht zu schweigen,“ rief er mit Eifer zu Häcksel herunter.

„Nein, sage es nur! Er weiß es ja schon selber, daß du die Silbergulden aus dem blinden Stollen gestohlen hast,“ kreischte der Chor der andern frech und lustig.

Häcksel schwieg und ächzte. Er schwieg auch, als alle Toten aus dem blinden Schacht mit vorwurfsvollen Gesichtern an ihm vorüberzogen.

Da winkte der Teufel in der Ecke des

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Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/126&oldid=3248359 (Version vom 31.7.2018)