Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu/153

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Drittel der Erde Dagon die Stirnen der Berge als Widerstand hinstellt.

Claudia hatte diesen Namen wie in einer Vorahnung ihres Schicksals dem jungen Studenten gegeben, damals noch nicht wissend, wie tief erkennend sie dabei war. Denn wie stark der Gott allmächtiger Willkür in dem Geliebten verkörpert war, das erfuhr sie erst im Laufe der Zeit.

Es waren zuerst nur Kleinigkeiten gewesen, die Claudia den Namen Dagon und damit die Erscheinung des gruseligen Gottes vor die Augen führte, wenn sie den jungen Mann und zukünftigen Lebensgefährten beobachtete. Es belustigte sie, den Geliebten auf Widersprüchen zu ertappen, aus denen er sich lächelnd und kühl überlegend oder mit einem gewandten Geistessprung ins Blaue ihren starken schwarzen Augen entrückte. Damals merkte sie zuerst, daß jener Mann in noch einer ihr fremden Dimension lebte, die sie nicht an anderen Menschen kannte, die Dimension des Fabelhaften, die Dimension, in der die Wirklichkeit und der Schein, die Wahrheit und die Lüge nebelhaft ineinander gleiten. Eine Welt war in ihm, wo Wirklichkeit auf dem Kopf steht und Unwirklichkeit wird, ähnlich wie Häuser am

Empfohlene Zitierweise:
Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 152. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/153&oldid=3248389 (Version vom 31.7.2018)