Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu/17

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Talsenkungen einige Bäume: Erlen und kurze Eichen. Die ganze Insel wirkt durch ihre seltsamen Zwergbäume, Zwergeichen und Zwergwacholder, die in gedrungenen grünen Figuren auf dem manchmal himmelblauen Granitgestein wachsen, zwerghaft wie die Landschaft eines japanischen Gartens.

Zwischen dem Heidekraut auf dieser Insel und bei den reichen wilden Rosenbüschen, die ganz überschüttet von rosa Kelchen dastanden, als ich im Juni landete, liegen die seltsamsten Steine zerstreut; dort ein blendend weißer, wie ein großes Marmorei, dort ein gelber, wie ein harter Honigbrocken oder wie ein Stück Bernstein, dort ein rosenroter wie eine Fleischkeule von einem geschlachteten Tier, dort ein schwarzer flacher wie ein Rabenflügel oder ein runder wie ein Seehundkopf. Hinter den Wacholderfiguren und unter den schirmartigen kurzen Eichen, deren Kronen flach wie grüne Teller auf dem Stamm wachsen, von den Seewinden wie mit einem Messer beschnitten, – bei diesen kleinen Eichen und großen Wacholderbüschen weiden glänzende rothaarige Kühe und Kühe, weiß und schwarz gesprenkelt, als hätten sie sich von der Nacht bemalen lassen mit dunkeln Flecken

Empfohlene Zitierweise:
Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)