Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/020

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mache mir Vorwürfe zu weit gegangen zu sein .… wie eben jezt. Nicht wahr, Du hast doch gefürchtet es könnte irgend ein bethörender Reiz um Madame Orzelska schweben? doch gezittert es könnte ein Moment eintreten wo der Eustach verdummt würde? – Unsinn das, lieber Engel! der Eustach kennt die kleinen Schliche und Kunstgriffe der Frauen, es amüsirt ihn sie in Bewegung zu setzten. Basta! Sein Kopf bleibt immer oben.“

„Die arme Cornelie war ganz betäubt. Ihre beiden Voraussetzungen: entweder wisse er nicht was in ihr vorgehe – oder er wisse und ignorire es – und in keinem Fall könne er sie alsdann noch lieben; – waren durch seine lebhafte Erklärung, die er feurig und innig aussprach, zunicht gemacht. Sie sagte beklommen:

„Eustach! wenn Du mit so grenzenloser Unbefangenheit eine Rolle durchführst um eine fremde Frau zu amüsiren und Deine eigene eifersüchtig zu machen; – wenn Dir nichts daran liegt Deine Frau in die Qualen einer Empfindung zu versetzen, die, so thöricht sie sein möge, bei ihr wenigstens aus schüchterner Liebe zu Dir entspringt – Eustach! Eustach! wie kann ich denn Vertrauen zu Dir behalten!“

„Hast Du kein Vertrauen zu mir, Cornelie, so hab' ich Unrecht! unbedingt! – rief Eustach. Nur

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/020&oldid=3261984 (Version vom 31.7.2018)