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in dieser Weise beherrscht zu werden; unter Umständen ist es nur Qual. Genug und

übergenug. Leben Sie wol.“

Er drückte noch einmal innig ihre Hand, und der Thürvorhang rauschte hinter ihm zusammen. Cornelie sah ihm nach und dachte trübe: Eine treue Seele, die mich da verläßt!

Eustach war sehr zufrieden mit Gotthards Abreise. Er hatte nun wieder Corneliens Gesellschaft, und sein heimliches, wenn auch nur sehr flüchtiges Bedenken, ob Cornelie nicht für ihn nachtheilige Vergleiche anstellen könne, verschwand mit Gotthard. Ueberdas glaubte er, die Gegenwart eines Dritten in einem so engen Kreise, hindere Cornelie ihre frühere Vertraulichkeit und Unbefangenheit des Benehmens gegen ihn an den Tag zu legen. Ihre sanfte Kühle verletzte etwas seine Eitelkeit, aber er fand es doch einigermaßen interessant seine eigene Frau, wie eine fremde, für sich gewinnen zu müssen. Indessen gelang ihm das ganz und gar nicht, obwol er, sobald er mit ihr allein war, sich die größte Mühe gab, und in sein Benehmen, seine Unterhaltung, seinen Umgang einen solchen Ausdruck von zärtlicher Huldigung, von graziöser Schmeichelei zu legen wußte, daß Cornelie mit ihrem, jezt unbestechlich klaren Urtheil über ihn, zuweilen dachte:

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 85. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/086&oldid=3262050 (Version vom 31.7.2018)