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des Ewigen, mein Sohn, verschmähe nicht, und lass dich seine Zurechtweisung nicht verdriessen“ d.i. mache nicht in seinen Strafreden Abtheilungen (Stücke קוצין קוצין), sondern einer lese sie alle vor.

Oder: Warum dürfen die Flüche nicht unterbrochen werden? R. Josua von Sichnin im Namen des R. Levi sagte: Gott sprach nämlich: Ich habe über meine Ehre geschrieben Ps. 91, 15: „Ich bin bei ihm in der Noth,“ es ist nicht recht, dass meine Kinder verflucht werden und ich gepriesen werde. Wie so? Wenn die Strafreden in vielen Absätzen vorgelesen werden, da giebt es kein Ganzes, weil nicht zweimal vor und nach dem Absätze (der Vorlesung) Gott gepriesen wird, darum soll einer alle lesen. Die Rabbinen sagen: Gott sprach: Nicht zu ihrem Nachtheile habe ich ihnen die Segnungen und Flüche gegeben, sondern um ihnen kund zu thun, welches der gute Weg sei, den sie erwählen sollen, damit sie Lohn davon tragen. Woher lässt sich das beweisen? Von dem, was wir Deut. 11, 26 lesen:

Siehe, ich lege euch vor“ u. s. w. Das ist auch, was die Schrift Jerem. 14, 15 sagt: „Höret und merket auf, seid nicht hochmüthig!“ Was heisst das: „Höret und merket auf?“ R. Tanchuma sagte: Gott sprach: Höret auf die Worte des Gesetzes und redet nicht Stolzes, „denn der Ewige hat gesprochen.“ Wo hat er gesprochen? Prov. 16, 5: „Dem Ewigen ist ein Gräuel jedes hochmüthige Herz.“

[2] Oder höret auf die Worte des Gesetzes und mache dein Ohr nicht hoch, um die Worte des Gesetzes zu hören, „denn der Ewige hat gesprochen.“ Wo hat er gesprochen? Prov. 28, 9: „Wer sein Ohr abwendet, um das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet ist auch ein Gräuel.“ Oder höret auf die Worte des Gesetzes, merket auf die Worte des Gesetzes. Was heisst: „Und sei nicht hochmüthig?“ Machet das Gute nicht zu hoch, damit es in die Welt herabkommen kann. „Denn der Ewige hat gesprochen.“ Wo hat er gesprochen? Jes, 1, 19. 20: „Wenn ihr wollt und gehorchet, sollt ihr das Beste des Landes geniessen, wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, werdet ihr vom Schwerte verzehrt werden, der Mund des Ewigen hat es gesprochen.“ Was heisst das: „Wenn ihr euch aber weigert und nicht gehorcht“ u. s. w. R. Eleasar sagte: Das Schwert und das Buch sind aneinander zusammengebunden vom Himmel herabgekommen. Gott sprach zu ihnen: Wenn ihr das thut, was in dem Buche geschrieben ist, so werdet ihr von dem Schwerte errettet werden, wenn ihr es aber nicht thut, so werdet ihr von dem Schwerte erwürgt werden.

Oder: „Wenn ihr euch aber weigert und nicht gehorchet.“ R. Levi sagte: Es verhält sich damit, wie mit einem Knechte, zu dem sein Herr sprach: Hier ist ein goldenes Halsband[1] (wenn du meinen Willen thust), wo nicht, so sind hier eiserne Fesseln. Gott sprach so zu den Israeliten: Wenn ihr meinen Willen thut, siehe,


  1. In Jalkut z. d. St. steht נזמי זהב für מונייק זהב.
Empfohlene Zitierweise:
August Wünsche (Übersetzer): Debarim Rabba. Otto Schulze, Leipzig 1882, Seite 56. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DebarimRabbaGermanWuensche.djvu/064&oldid=- (Version vom 31.7.2018)