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hast, ist sie nicht unter Knechten aufgewachsen? Und da sie unter Knechten aufgewachsen ist, so ist ihr Herz durch sie stolz geworden. Der König antwortete: Was verlangst du, dass ich mit ihr ausgesöhnt werde? Bringe mir Papier und Schreiber von dem Deinigen, siehe, ich will es dann mit meiner Hand unterzeichnen. So sprach auch Mose zu Gott, als die Israeliten jene That begangen hatten. Er sprach nämlich zu ihm: Weisst du nicht, aus welchem Orte du sie herausgeführt hast, aus Aegypten, aus einem götzendienerischen Orte? Du willst, antwortete ihm Gott, dass ich mit ihnen ausgesöhnt (besänftigt) werde, bringe nun Tafeln von dem Deinigen, siehe, ich will sie mit meiner Hand schreiben, wie es heisst: „Ich will auf die Tafeln schreiben.“ Bei deinem Leben! sprach Gott zu Mose, sowie du dein Leben für sie in dieser Welt hingegeben hast, so sollt ihr einst, wenn ich ihnen den Propheten Elia bringe, beide zugleich kommen. Woher lässt sich das beweisen? Es heisst Nach. 1, 3. 4: „Der Ewige ist langmüthig und gross an Kraft und ungestraft lässet er nicht; der Ewige wandelt in Schilf und Wetter und Gewölk ist seiner Füsse Staub. Er schilt das Meer und trocknet es und alle Ströme lässt er versiegen, es welket Basan und Carmel und Libanons Blüthe verwelket.“ „In Schilf (בסופה‎)“ d. i. Mose, wie es heisst Ex. 2, 3: „Da sie ihn nicht länger verbergen konnte, so nahm sie für ihn einen Kasten von Binsen und verklebte ihn mit Harz und Pech und legte das Kind hinein und setzte ihn ins Schilf (בסוף‎) am Ufer des Nilstromes.“ „In Wetter“ d. i. Elia, wie es heisst 2 Reg. 2, 11. 12; „Und es geschah, als sie fortgingen und im Gehen redeten, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen und schied beide von einander und Elia fuhr im Wetter gen Himmel. Und Elisa sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und seine Reiter! und er sah ihn nicht mehr. Da fasste er seine Kleider und zerriss sie in zwei Stücke.“ In dieser Stunde kommt er und tröstet euch. Woher lässt sich das beweisen? Es heisst Mal. 3, 23: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia u.s.w., er wird der Väter Herz zu den Söhnen wenden.“


.סדר ראה אנכי
Parascha IV.


[1] Halacha.

Darf wohl ein Israelit die Strafreden in vielen Abtheilungen lesen (jetzt ein Stück und dann wieder eins)? Die Weisen haben gelehrt:[1] Es darf keine Unterbrechung in den Flüchen eintreten, sondern einer liest sie alle vor. Unsre Rabbinen haben gelehrt: Warum dürfen die Flüche nicht unterbrochen werden? R. Chija bar Gamda sagte: Weil es heisst Prov. 3, 11: „Die Züchtigung


  1. S. Megilla Ende.
Empfohlene Zitierweise:
August Wünsche (Übersetzer): Debarim Rabba. Otto Schulze, Leipzig 1882, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DebarimRabbaGermanWuensche.djvu/063&oldid=- (Version vom 31.7.2018)