Seite:Die Behandlung der Kolonisten in der Provinz St. Paulo in Brasilien und deren Erhebung gegen ihre Bedrucker.pdf/153

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

damals 640 Reis, versprochen worden sei, und als Herr Jonas davon Nichts wissen wollte, erinnerte ihn Kaspar Märki, wie und wo er selbst dieses Versprechen gegeben habe.

Des Direktors weitere Ausrede, der vorjährige Kaffee sei eben leicht gewesen, wurde dadurch zurückgewiesen, daß ein anderes Kommissionsmitglied, Georg Meyer, ihm vorhielt, wie er, Herr Direktor, beim Laden eines Haufens Kaffe von 40 Alqueiren selbst gesagt habe: „Wie ist doch der Kaffee schwer!“ Die Thatsache, daß für den Kaffee am Ende nicht so viel bezahlt worden sei, als anfangs der Rechnung in Aussicht gestellt wurde, wollte Herr Direktor dann damit erklären, daß er die Reinigungsgebühr vergessen gehabt habe und sie erst später in Abzug habe bringen müssen, eine Erklärung, deren Richtigkeit schon gezeigt wurde und Jedermann in die Augen springt, wenn man bedenkt, daß die Reinigungsgebühr beim Alqueiro nur 133⅓, der betreffende Bezahlungsabzug aber 233 bis 331 Reis betragen habe. Nachdem sich der Direktor mit Derartigem nicht mehr helfen konnte, wollte er die Behauptung aufstellen, unser Unglück[1] komme davon her, daß wir in Europa unsern Kontrakt unterzeichnet haben. Darauf entgegnete ihm Johannes Schlittler, die lügenhaften Berichte und Briefe, die man von Ybicaba nach Europa gesandt habe, tragen die Schuld an unserm Unglück. — Nach solchen Erörterungen ersuchte Herr Direktor Jonas mich noch, ihm eine Abschrift unsers Abkommnisses zu verfertigen und zu behändigen, und nach dem von mir gegebenen Versprechen, daß dieses geschehen solle, gingen alle Kommissionsmitglieder fort. Noch war ich nicht lange bei Hause, als die meisten thüringischen Kolonisten kamen und die Bitte stellten, daß wir Schweizer es ihnen erlauben möchten, sich an uns anzuschließen. Obschon manche Schweizer es gerne gehabt hätten, daß wir allein geblieben wären, gestattete ich ihnen in Betracht dessen, daß sie ebenso

  1. Damit sagte er also selbst, daß wir im Unglück seien; sonst wollte er uns immer glauben machen, wir seien glücklich.