Seite:Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern von 1806 bis 1858.pdf/429

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D. Bayeru dagegeu überläßt au Oesterreich:

1) deu eiueu Einschnitt in das österreichische Territorinm bildenden Gebietstheil der sogenannten Freistraße nächst Marzoll, zwischen Großgemaiu uuh dem Walserberge, dergestalt, daß diese Freisiraße küustig zum österreichische Gebiete gehöreu uud die Gräuze (iu der Richtuug von Großgemaiu zum Walserberge) liukseitig dieser Straße lauseu soll,

2) deu Gebietstheil uächst der Almwe^hr beim haugeudeu Steiu, dergestalt, daß diese Almwehr uebst eiuem Rayou sür einen Werk- uud Material- Lagerplatz oberhalb derselbe zum öster- reichischem Gebiete gehöreu soll.

3) die eiueu Einschnitt in das österreichische Gebiet bildende sogenannte Kreuterleiteu uächst der Juustadt vou Passau, dergestalt, daß küustig eiue die beide Gräuzsteiue 12 uud 16 verbindende gerade Linie die gemeinsame Gräuze zu bilde hat.

Art. 7. Jeder der beideu eoutrahireudeu Staate überläßt zugleich mit de im Artikel 6 erwähnten Gebietsteile anch die ihm aus deuselbe zustehende Regalie uud das Domaiue-Eigethum dem andern Staate.^

Eine Ausrechnung oder Ausgleichuug iu Ausehuug des gegenseitigen Erwerbes an Staatsrenten nnd Eigenthnm oder an Flächenranm soll weder bei diesen Abtretungen noch bezüglich der Bestimmungen der Artikel 1 nnd 2 stattssnden.

Den Privatpersonen, so wie den Gemeinden nnd Stiftungen, soll der sreie Genuß ihres liegeuden nnd beweglichen Eigenthnms , welches iu Folge gegeuwärtigeu Vertrages uuter audere Laudeshoheu kommt, ohue Ausuahme oder Hinderniß uud srei vou^ alle Zölle uud Abgabe ge- stattet werdeu.

De aus de abgetretene Gebietsparzellen ansäßigen Unterthanen sammt ihren Familien bleibt der sreie Rücktritt in de Staat, welchem sie bisher angehörten, innerhalb zehn Jahren vorbehalten.

Art. 8. Die Gränzlinien, wie solche gemäß Arukel 1 nnd 5 des gegenwärtigen Vertrages sestgesetzt nnd znr Anssührnng des Artikels 6 noch näher sestzüsetzen sind, sind sogleich nach Ratisieation derselben von österreichischen nnd bayerischen Bevollmächtigten nnd Jngenienrs gemein- schastlich zn bestimmen nnd ansznnehmen.

Die gemeinschastliche Ansnahme ist der Genehmignng der beiden Regieenge zn nnterstelle nnd daraus hiu die Vermarkuug der ueueu

Gräuzliuie, mu Ausuahme jeuer im Thalwege der Douau, zu vollziehe

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern von 1806 bis 1858. Regensburg: Friedrich Pustet, 1860, Seite 181. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Staats-Vertr%C3%A4ge_des_K%C3%B6nigreichs_Bayern_von_1806_bis_1858.pdf/429&oldid=- (Version vom 31.7.2018)