Seite:Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern von 1806 bis 1858.pdf/434

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.


418

oben erwähnten Eiuverstäuduiffes beschloffeu, nuumehr vou genauuteu Fürsteuthümeru, Graf- uud Herrschasteu, alleu ihreu Orteu, Zugehördeu uud Zustäudigkeuen Besitz uehmeu zu laffeu uud die Regieruug dariu au- zutreteu.

Wir thueu dieses Krast des gegewäruge Patents uud verlange daher vou der Geistlichkeit, der Riuerschast, deu Lehenleuteu, Emsaffen, Eivil- uud Militärbeamteu, Magistrateu der Städte uud endlich vou sämmtlicheu Eiuwohueru uud Uuterthaueu, wesseu Staudes uud Würde sie sein mögeu, hiedurch so gnädig als ernsthast, daß sie stch Unserer Regieruug uuterwerseu, uud ermahueu dieselbeu, sich dieser Besttzuehmuug uud deu zu diesem Ende von Uus augeordueteu Besehlshabern, Kriegs- völkern uud Kommissarien auf keiue Weise zu widersetze, soudern viel- mehr Uns von uuu au als ihreu rechtmäßige Köuig uud Landesfürsten anzusehe uud zu erkeue, vollkommenen Gehorsam nnd alle Untertänigkeit und Trene zu erweisen, sich jedes Reenrses an answärtige Behörden uuter Vermeiduug Uuserer eestlicheu Ahuduug zu euthalteu, uud demuächst, so bald Wir es ersorderu werden, die gewöhnliche Erbhuldignug zu leiste. Wir ertheile ihue dagege die Versicherung: daß Wir ihueu mit köuig- licher Huld uud Guade, uud landesväterlichem Wohlwollen, jederzeit znge- than sein, allen Schntz krästigst angedeihen lassen, nnd überhanpt ihrer Wohlsahrt nnd Glückseligkeit Unsere ganze landesväterliche Vorsorge nn- ermüdet widmen werden, nm sie in dem möglichsten Grade, nnd ebenso als Wir es in Absicht Unserer übrigen getrene Unterthanen stets zu besörderu gewüuscht uud gestrebt habeu, alles bürgerliche Wohlergeheus geuießeu zu lasse.

Wir habeu die oberste Leitnng der Besitznahme gedachter Lande nnd der öffentlichen Staatsverwaltung in denselben, Unserem Kämmerer, wirk- lichen geheime Rath nnd Georgi- Ordens Eommenthnr, Earl Maria Rnpert Reichsgrasen von Areo, als Unserm Hoskommissär, übertragen nnd besehlen , daß nnter seiner speeielle Direeuon ein ihm nutergeord- uetes Eorps ^Unserer Truppe die Besitzuahme bewerkstellige uud die vou ihm eruauuteu Eommissäre die dabei vorkommeudeu weitereu Eivil- Geschäste ausrichte solleu.

Wir erwarte demuach von sämmtlichen Einwohnern nnd Unterchane obiger Lande, daß sie den von diesen Behörden in Unserem Namen zn treffende Einrichtnnge nnd Anordnnngen Folge leisten werden.

Wir setzen dabei sest, daß vor der Hand alle gegenwärtig dort ange- stellten Bedienstete nnd Beamte in ihren Fnnetionen verbleiben, nud ihre Amtsverrichtungen ordnnngsmäßig nach dem bisherigen Gefchästsgange dergestalt einstweilen sortsetzen, daß sse Unserer Gnade uud Unsers fernee

Vertranens würdig bleiben.

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern von 1806 bis 1858. Regensburg: Friedrich Pustet, 1860, Seite 186. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Staats-Vertr%C3%A4ge_des_K%C3%B6nigreichs_Bayern_von_1806_bis_1858.pdf/434&oldid=- (Version vom 31.7.2018)