Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 5.pdf/5

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     In Northeim benutzen mier dan Aufenthalt
Mit Assen[1][WS 1]; weche os’n warm, weche kalt.

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Ja Viele waar’n unterdass’n

Su vertieft geworn beim Ass’n,
Daß Manniger gaar nett huur,
Wie „Einschteing“ gerufft nu wuur.

     Su kam’s dänn, daß in d’r Mäng,

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Ae Gelaaf wuur un ä Gedräng,

Un Jeder aus d’n Mänschenmass’n
Suchte die beste Gelaanghäät[2] zu erfass’n;
Mit gruß’n Sätz’n un machting Schpringe,
Aen guten Platz sich zu erringe.

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     „Am Besten isses“, fung bei uns Aener aan:

„Mier richten uns Alle noch d’r Fahn;
Unner Fähnrich muß uns Alle fiehr’n,
Of disser Weis känne mier uns nett verlier’n!“

     Mier folgten ihn nu Schritt vor Schritt,

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Balle warer vorn, balle in d’r Mitt;

Bis daß m’r erschreckt zusammefuhr’n,
Entweter haar hatte uns, oder mier ihn verluhr’n,
Un zu suung[3] waar jetzt käne Zeit,
Dänn as erklang all äs Geleit.

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     Su schprange mier rasch noch de Woong,

Un äs Arschte, wos mier nu soong,
Unner Fähnrich soz in zwäter Klasse,
Haar hatte gedacht in d’r Mänschenmasse
Do hot m’r vor Kontroll wenig Sorrich,

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Do gitt Alles im Gedräng mit dorrich.

  1. Assen = Essen.
  2. Gelaanghäät = Gelegenheit.
  3. suung = suchen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. später Ass’n