Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 6.pdf/19

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     Die Männer goom[1] nu ä gutes Wort —
Un ’s Heil’n verschummte wieder in Ort,
Verwischt wuur d’r Unruh letzte Schpuur

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Un Friede waar of Fald un Fluur. —

Un Friede muß a immer sein,
Su lang d’r Barkmann[2] noch fährt ein;
Nie darf erklinge daar schreckliche Ton,
Dos äne Wort: „Revulizion!“


II. Einquartierung.


     Hall erklange de Glocken von d’n Thorm,
Verbei waar wieder aller Schtorm[3],
Un Jeder in Ort waar nu fruh,
Daß wieder kam de alte Ruh’.

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Un bei dan hall’n Glockenklang

Ginge Viele zur Karrich hie in Sanc
Un dankten Gott, daar sie bewacht
Un Alles wieder gut gemacht.

     Ja, ruhig blieb’s d’n gansen Tog, —

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M’r dachte bluus noch driewer nog

Wie’s kunnte änklich[4] meeglich sein,
Daß disse Schtimmung hie troot ein.
Die Männer schuum’s[5] of de Fraans,
Weil die d’n Ausschlog hatt’n gegaan,

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Un de Fraans funge wieder aan:

„Mier haans bluus vor Eich gethan!“

     D’r Oomd brooch aan, nu noch alter Weis’
Setztense[6] sich wieder in d’n Kreis’
Un verzehlten sich gans gewehnliche Sach’n


  1. goom = gaben.
  2. Barkmann = Bergmann.
  3. Schtorm = Sturm.
  4. änklich = eigentlich.
  5. schuum’s = schoben es.
  6. Setztense = setzten sie.

Anmerkungen (Wikisource)