Seite:Ferdinand Wilhelm Weber - Kurzgefaßte Einleitung in die heiligen Schriften (11. Auflage).pdf/29

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aber heißen die „Massora“, und zwar ist die Gesamtheit derselben die große, ein Auszug aber, der an den Rand des Textes oder unter denselben geschrieben wird, die kleine Massora.


§ 16.

 Mit großer Wahrscheinlichkeit läßt sich auch annehmen, daß die A. T.lichen Schriftsteller ohne Wortabteilung geschrieben haben. Als man anfing die Worte zu trennen, geschah dies durch Punkte oder kleine Zwischenräume zwischen den Worten.

 Später als die Wortabteilung kam die Teilung des Textes in kleinere und größere Abschnitte auf. Zunächst unterschied man in den poetischen Büchern teils die zusammengehörenden parallelen Glieder eines Gedankens, teils die einzelnen Glieder selbst in der Schrift von einander, sei es durch neue Zeilen, sei es durch kleine Zwischenräume. Zur Zeit des Hieronymus waren diese Abteilungen in den griechischen, lateinischen und hebräischen Handschriften bemerklich gemacht. – Was die Thora und die Propheten betrifft, so erwähnt schon die Mischna Versabteilung (Pesukim). Die Verse waren zum Behuf des Lesens gemacht und wurden durch zwei Punkte bezeichnet. Zum Abschluß kam die Versabteilung durch die schriftliche Feststellung der Accentuation des Textes. Größere Abschnitte als die Verse sind die Paraschen, die schon in der Mischna erwähnt sind. Der Pentateuch zerfiel in 669 solche Paraschen, die für den Zweck der Vorlesung entstanden sein dürften. Von diesen Paraschen unterscheide man die Sabbatsparaschen, 54 an der Zahl. Auch die Propheten sind in Paraschen abgeteilt worden. Hievon unterscheide man aber die Haphtaren oder Schlußlektionen des Sabbats, die den Sabbatsparaschen entsprechen. Zur Zeit Jesu und der Apostel scheint es nach Luk. 4, 17 ff., A.Gesch. 13, 15 die jetzt feststehenden Sabbatsparaschen noch nicht gegeben zu haben. Aber die kleinen Paraschen gab es schon; sie trugen den Namen vom Inhalt, wie denn z. B. Röm. 11, 2 der Abschnitt 1. Kön. 19 der Abschnitt „Elia“ genannt wird.

 Unsere gegenwärtige Kapiteleinteilung ist christlichen Ursprungs und stammt aus dem 13. Jahrhundert, entweder von Hugo von St. Caro († 1263) oder Stephan Langton († 1226). Die Versabteilung ist die der Juden; diese haben jetzt hinwiederum von uns