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Der Kaiser von King-Kung und sein getreuer Feldherr.

Der Nürnberger Trichter 75 b1.jpg

Himmelssohn. No, Windkratzer, woher geht der Wind?

Windkratzer. Allergnädigster Himmelssohn, unser Prinzip ist gerettet, Deine Hauptstadt hat sich auf Gnade und Ungnade ergeben.

Himmelssohn. Was net sagst, hab’n ma amal den Belagerungsstand?

Windkratzer. Ja, Himmelssohn, unser lang erstrebtes Ziel ist erreicht.

Himmelssohn. Wie viel Leben hat unser Prinzip gekostet?

Windkratzer. Nicht der Rede werth – man kann’s so genau nicht sagen – ein paar Tausend Soldaten und von der Canaille etliche Tausend mehr.

Himmelssohn. No ja! –


Das ohnmächtigste Wesen.

Ohnmächtig windet sich die Maus
Im Rachen der bekrallten Katze;
Ohnmächtig schreit das schwache Lamm,
Gepackt von eines Wolfes Tatze.

Ohnmächtig auf der Erde krümmt
Der Wurm sich an dem Fuß des Kindes;
Ohnmächtig stemmt der junge Baum
Sich gegen die Gewalt des Windes.

Ohnmächtig droht dem Bajonett
Des Bürgers waffenlose Rechte;
Ohnmächtig setzt des Menschen Zorn
Sich gegen des Geschickes Mächte.

Doch das Ohnmächtigste der Welt
Trotz Maus und Lamm und Wurm – o nennt es!
„Ei nun, das ist ein Commissär
Des heil’gen deutschen Parlamentes.“

E. K.     

Empfohlene Zitierweise:
Eduard Kauffer (Red.): Der Nürnberger Trichter. Friedrich Campe, Nürnberg 1848, Seite 75. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fr%C3%A4nkische_Bl%C3%A4tter_nebst_dem_Beiblatt_Der_N%C3%BCrnberger_Trichter.djvu/175&oldid=- (Version vom 1.8.2018)