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Friedrich. Die Umgestaltung des Namens Mistelbach (Misterlbach) in Müncherlbach kann kaum befremden, beim Hinblick auf die (besonders in der päpstlichen Kanzlei) so vielfach umgestalteten Ortsnamen, z. B. auf die ebengenannten: aus Weiterndorf wurde Witramenesdorf, aus (Markt–)Erlbach Erlahe, aus Bruckberg Brucche, aus Feldbrecht Velsenberc. Sollten Urkunden vorhanden sein, worin der Geburtsort des Bischofs genannt ist, so dürfte sich bei genauer Entzifferung anstatt Albuch etc. vermuthlich der Name Erlbach ergeben. Die Biographen Otto’s nennen unter seinen Schenkungen ecclesiam juxta Albuch, hereditario sibi jure propriam cum duabus ecclesiis aliis donavit, ob memoriam videlicet sui parentumque suorum inibi corpore quiescentium. Sonach schenkte Otto die nahe bei seinem Geburtsorte Albuch (Erlbach) gelegene Kirche (zu Halsprunn), in welcher seine parentes (Eltern, Verwandte) ruhten, erst dem Kloster Michelsberg, dann dem Kloster Heilsbronn. Daß Otto den fünf Grafengeschwistern in Heilsbronn zur Dotirung seines dort gegründeten Klosters ein Prädium abkaufte, besagt der Stiftungsbrief. Daß er selbst und die fünf Verkäufer abenbergischen Stammes waren, erhellt aus der Darlegung in den Beitr. Seite 12. 13. 18. 19. Die abenbergische Grabkirche wurde im J. 1284 wegen Verlängerung des Ostchors der Klosterkirche abgetragen; siehe unten beim 12. und 13. Abt und Beitr. S. 15. Schirmvögte der Kirche in Rohr, wohin Müncherlbach gepfarrt ist, waren die Grafen von Abenberg.

Daß der Bischof Otto der alleinige Gründer des Klosters war, erhellt aus dem Stiftungsbriefe, welcher keines Mitgründers gedenkt. Irrigerweise wurde in späterer Zeit der Graf Rapoto von Abenberg als Mitgründer genannt. Aus dem urkundlichen Nachweise in den Beiträgen S. 8 u. 9 erhellt, daß der Graf zur Zeit der Klostergründung dem Unternehmen noch fern, ja entgegen stand, bis er, durch die Bischöfe von Würzburg und Bamberg bewogen, dem neuen Kloster befreundet und dessen Wohlthäter wurde.

Über des Bischofs Personalien gibt keine gleichzeitige

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/26&oldid=- (Version vom 1.8.2018)