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nicht sehr geräumig war, das Dormitorium. Siehe oben beim 21. und 23. Abt und den Situationsplan.


2. Herkunft, Heimath und Namen derselben.

Die heilsbronner Mönche, Wenige ausgenommen, waren von bäuerlicher oder bürgerlicher Herkunft, daher auch ihre Äbte, weil diese lediglich aus der Zahl der vorhandenen Mönche gewählt werden durften. Hatten zwei oder mehrere Mönche gleiche Taufnamen, so unterschied man sie durch Beifügung der Namen ihrer Familien oder ihrer Heimathsorte, z. B. Johannes von Abenberg, Aich, Heidenheim, Weißenbronn; Friedrich von Uffenheim; Konrad von Ulsenheim; Hermann de Valle rosarum, Roßstall. Sie waren allermeist innerhalb des Klostergebietes beheimathet, z. B. in Lentersheim, Nördlingen, Oettingen, Gunzenhausen, Ansbach, Nortenberg, Habelsheim (Habelsee), Bopfingen, Reimlingen, Gosdorf, Randersacker. Nur Wenige hatten ihre Heimath jenseits der Grenzen des Klostergebietes, z. B. in Forchheim, Schwäbisch-Hall, Lauungen. Die meisten ihrer Familiennamen kommen noch heutzutage oft vor, z. B. Baier, Feuerlein, Graf, König, Heim, Dürr. Sehr häufig latinisirten sie ihre Familiennamen und nannten sich daher nicht mehr Schreiner, Krämer, Gerber, Büttner, Schlosser, sondern Scriptor, Institor, Pellifex, Dolliator, Serator.


3. Verköstigung und Kleidung derselben.

Das Getränk der Mönche war, den Ordensstatuten zufolge, ausschließlich Wasser. Fleischkost oder gewürzte Speisen sollten sie nur als Patienten im Infirmitorium erhalten, in gesunden Tagen niemals. Die ihnen gereichten Speisen waren Gries- oder Hirsebrei, Gersten-, Erbsen- und Linsensuppe, Gemüse, besonders Kohl und Rüben, Roggenbrot, an den Sonntagen Reis. Zweimal in der Woche wurden ihre Speisen mit Milch gekocht, an den übrigen Tagen mit Wasser. Bei dieser magern Verköstigung hatten sie viele gottesdienstliche Verrichtungen, auch des Nachts. Dadurch erregten sie Mitleid und Bewunderung und veranlaßten

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 551. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/567&oldid=- (Version vom 1.8.2018)