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Die nachfolgenden Vögte bis 1614, Feltner und Meyer, wurden in der Kirche zu Bürglein begraben. Bonhof kam mit dem ganzen Klostergute nach dem Tode des letzten Abts und Konventualen Wunder (1578) in den Besitz des Markgrafen Georg Friedrich. Es wurde stiller in dem sonst so belebten Orte; denn Bonhof war für den Markgrafen nicht, wie für die Äbte, ein Lieblingsaufenthalt. Die Weinpflanzungen wurden in Ackerland verwandelt. Die theils in eigener Regie, theils in Halbbaupacht bewirthschafteten Felder brachten wenig Gewinn und viel Verdruß. Die Unterhaltung „des weitläuftigen, innen und außen bußwürdigen Gebäues“ war kostspiellig. Daher wurde von den beiden Markgrafen von Ansbach und Bayreuth, Joachim Ernst und Christian, beschlossen, 1615 das Schloß nebst Zubehör zu verkaufen. Die Schloßinsel mit all ihren Baulichkeiten nebst mehreren Grundstücken kaufte der Klosterverwalter Balth. Straß von Heilsbronn für 2000 fl. mit der Verpflichtung, jährlich 14 fl. Ewiggült zu zahlen. Er starb schon am 7. Aug. 1617, 54 J. alt, und wurde in der Kirche zu Heilsbronn bei Nr. 132 begraben. Sein Leichenstein lag ursprünglich auf dem Grabe, wurde aber später an der Wand eingemauert. Seine Wittwe floh vor Tilly’s Truppen und starb in Nürnberg. Seine einzige Tochter Magdalena (gestorben 1536 und mit Regierungsgenehmigung in der Klosterkirche neben ihrem Vater und ihrem Kinde begraben) heirathete 1632 den Bürger und Kaufmann Paul Fornberger (oder Firbinger) von Nürnberg. Der Sohn desselben, Joh. Heinrich, verkaufte (1643) das Gut an seinen Schwager, den nürnberger Handelsmann Wolfg. Lanzinger (für 800 fl.) und dieser an G. P. Hainolt von Nürnberg. Hainolt „ließ sich beigehen, im Schloß oder Probsthaus (1663) eine hochzeitliche Kopulation und Mahlzeit zu halten, eine Schmälerung der bürgleiner Pfarrgerechtigkeit und des Wirthshauses zu Bonhof“, was gerichtliches Einschreiten zur Folge hatte. Das Gut kam in Sequester und wurde von dem Rittmeister Magnus Gebhard Schwoll von Falkenberg gekauft. Dieser verkaufte es 1667 an den Geheimrath Lor. Eyßelein, dieser 1675 an Jul. Rud. von Dachenroth,

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 138. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/140&oldid=- (Version vom 31.7.2018)