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der nächstfolgenden Jahrzehnte Waffenstillstand; das Kloster erhielt wieder seine Zahlungen von Kelheim. Gleichwohl hielt es der 20. Abt Stromer für gerathen, die Schenkungsurkunde des Kaisers Ludwig von dessen Enkel Johann bestätigen zu lassen. Dieser erklärte in der Bestätigungsurkunde: Nos Johannes, Dei gratia comes palatinus Reni et dux in Bavaria, recognoscimus, quod cum dominus Ludovicus, quondam imperator Romanorum, avus noster, jus patronatus ecclesiae in Kelhaim religiosis monasterii in Halsprunne donaverit etc.: jus patronatus ex novo dedimus. Datum 15. Martii 1405. Allein bald darauf verweigerte Kelheim wieder die Zahlung, daher Erneuerung des Streites. Der 21. Abt Waibler (s. dort) reiste 1415 nach Konstanz und bat beim Konzil um Hilfe, die er auch leicht fand, da die hervorragendsten Mitglieder des Konzils, der Kaiser Sigismund und der Kurfürst Friedrich I. seine Gönner und Gäste waren. Das Konzil bestätigte die Schenkung des kelheimer Patronats unter dem Datum: „Constantiae 16. Kal. Sept. 1415 apostolica sede vacante“, d. h. die Kirchenversammlung hatte die einander befehdenden Päpste abgesetzt, aber noch keinen neuen Papst gewählt. (Beitr. S. 88.) Der Bischof von Eichstätt, Wilhelm von Leonrod, wurde vom Konzil beauftragt, den Bischof von Regensburg aufzufordern, Kelheim zur Zahlung anzuhalten, nachdem der Bezug von Päpsten und nun auch vom Konzil dem Kloster garantirt worden sei. Die bischöfliche Aufforderung d. d. Eichstätt, 22. Aug. 1416, war in der üblichen notariellen Weise formulirt und schloß mit den Worten: Et ego Conradus Pflanz, clericus eystetensis, publicus imperialis notarius, episcopi Wilhelmi scriba juratus, harum literarum praesentationi interfui, eas in hanc formam redegi, signo et nomine meo consignavi. Inhaber der Pfarrstelle in Kelheim war damals Barth. Rebbitzer, Kanonikus in Regensburg und daselbst sein eigenes Haus bewohnend, während er sich in Kelheim vertreten ließ. Alt und des langen Haders müde geworden, resignirte er seine Sinekure in Kelheim. Der Abt Waibler hielt bei dieser Resignation ein umständliches notarielles Verfahren

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 558. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/560&oldid=- (Version vom 1.8.2018)