Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/18

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zusammengesetzten Orte zu der älteren Siedlungszeit in unserer Gegend gehören, während Orte, die auf „bach“ enden, wie Fischbach, Wattenbach, Steinbach, Ober- und Untereichenbach, Hennenbach usw., später anzusetzen sind. Letzteres gilt auch von Orten wie Zandt, Höfstetten, Wengenstadt, Lichtenau und dergleichen. Ganz spät endlich kommen Orte auf „reuth“ (Wicklesgreuth, Kaltengreuth, Pfaffengreuth, deren Endsilbe von „reuten“ = „roden“ abgeleitet ist) oder auf „lohe“ (Langenlohe) oder ähnliche Namen (z. B. Neuses, Kammerforst, Strüth u. a.). Im einzelnen läßt sich natürlich nicht sagen, wann und in welcher Reihenfolge die Siedlungen entstanden sind; man kann hier nur allgemeine Regeln und Ordnungen aufstellen. Wenn die Besiedlung des Landes etwa um das Jahr 700 n. Chr. ihren Anfang nahm, so wird sich der Ausbau des Siedlungswerkes bis etwa in die Zeit um 1200 n. Chr. erstreckt haben.

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 Alles noch unbebaute Land stand ursprünglich im Eigentum des Königs, mit dessen ausdrücklicher oder stillschweigender Zustimmung allein eine Niederlassung erfolgen konnte. Je länger, je mehr kam aber aller noch freie Grund und Boden in die Gewalt großer Herren oder Klöster. Bekannt ist, daß einst der fränkische Großherr Gumbert um Ansbach her einen mächtigen Wald besaß, wahrscheinlich durch königliche Schenkung, daß er dann um das Jahr 745 ein Kloster in Ansbach gründete und diesem Kloster den großen Wald vermachte. Damit konnten Siedlungen in diesem Waldgebiet rechts und links der Rezat nur noch mit Zustimmung des Klosters geschehen, eine Zustimmung, die nur gegen Leistung jährlicher Abgaben gewährt wurde. In der Regel nahm wohl das Kloster selbst die Ansiedlung in die Hand, wie es bei den sogenannten Wendensiedlungen um Ansbach her offensichtlich der Fall war. Gemeint sind die Orte Ratzenwinden, Wolfartswinden, Brodswinden, Bernhardswinden, Dautenwinden, Meinhardswinden, Egloffswinden. Die Entstehung dieser Orte hängt aller Wahrscheinlichkeit nach zusammen mit einer Schenkung des Königs Konrad I. im Jahre 911. Konrad gab damals dem Kloster St. Gumbert seinen Besitz in Viereth bei Bamberg, zugleich mit einer Reihe von Orten, die damals von Wenden oder Slawen (Volksverwandten der Slowaken, Tschechen, Polen und Russen) bewohnt waren. Das benützte offenbar Bischof Rudolf von Würzburg, der die Güter des inzwischen wieder eingegangenen Klosters verwaltete, um eine größere Zahl solcher Wenden nach Ansbach überzusiedeln. Unter der Aufsicht und Leitung deutscher Herren bildeten sie rings um Ansbach her Niederlassungen, die dem Kloster zinspflichtig waren und so an Stelle des damals ertraglosen Waldes gute Einkünfte dem Kloster verschafften. Die Namen ihrer Herren