Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/72

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mußten zweimal große Verkäufe von Kirchengut vorgenommen werden. Unterm 28. Mai 1451 veräußerten die Gotteshauspfleger an das Gumbertusstift zu Ansbach folgenden Besitz:

1 Gut zu Neubrunn, das jährlich zu liefern hat 1 Sümmer Korn Nürnberger Maß (etwa 3,3 hl), 33 Pfennige (nach heutigem Geldwert etwa 5 RM) und 1 Fastnachtshuhn.
1 Gut zu Steinbach, das 14 Pfund gibt, das Pfund zu 30 Pf (etwa 70 RM i. Sa.).
1 Gut zu Gosteldorf (Gößeldorf), das jährlich 27 Pfund Unschlitt zu liefern hat.
1 Gut zu Weiherschneidbach mit jährlich 80 Pf Landswährung (etwa 15 RM).
1 Hofrait zu Boxbrunn, mit jährlich 36 Pf (etwa 6 RM).
1 Gütlein zu Rodmannsdorf, mit jährlich 40 Pf (etwa 7 RM).

 Weiter verkauften sie am 10. März 1454 an das Reiche Almosen zu Nürnberg:

1 Gut zu Sachsen mit jährlicher Abgabe von 40 Pf) (etwa 7 RM).
1 Gut zu Sachsen mit jährlich 52 Pf (etwa 9 RM).
1 Gut zu Sachsen, das jährlich 18 Pfund Unschlitt gibt.
1 Gut zu Volkersdorf, das jährlich 3 fl. römisch und 1 Ort (= 1/4 fl.) zu zinsen hat (fast 100 RM heute).
1 Gut zu Volkersdorf, mit 1/2 Sümmer Korngült (= 1,65 hl.), 8 Pfund Haller Gelds, das Pfund zu 30 Pf (etwa 40 RM i. 88.), 1 Fastnachtshuhn.
1 Gut zu Volkersdorf, mit jährlich 2 fl. römisch (über 60 RM) und 11 Metzen Korngült Ansbacher Maß (= 2,21 hl.).
1 Gut zu Volkersdorf, das 1 Sümmer Korn nach Ansbacher Maß jährlich gibt (= 3,3 hl) und 30 Pfund Unschlitt.

 Wie schon gesagt, stammte nicht wenig Kirchengut aus der Stiftung von Jahrtagen und Seelenmessen. So rührte das Gut zu Weiherschneidbach, das 1451 verkauft wurde, von einer Stiftung her, die i. J. 1277 Konrad von Heideck für das „Seelenheil“ seiner verstorbenen Frau Elisabeth und seiner Tochter gemacht hatte. 1467 lesen wir im Salbuch von 1450, daß „Puchhennslein 1/2 Tagwerk Wiesen stiftete, die Sandwiesen ob Volkersdorf, zu einem Jahrtag“. Noch 1511 gab Dorothea Scherb von Neukirchen 20 fl. (etwa 600 RM nach heutigem Wert) zur Ausrichtung eines Jahrtages. Unter diesen Stiftungen befanden sich auch manchmal sogenannte „Immerkühe“. Bares Geld war um jene Zeit oft rar, Grundstücke mochte man auch nicht immer gern hergeben, so griff man zu der Auskunft,