Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/76

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Darum kaufte man vor allem Wiesen an. So hören wir i. J. 1507 von einer Wiese „im Lottersee“ zwischen Lichtenau und Herpersdorf, von einer Wiese „auf der Au“ (bei der Aumühle), von einer solchen bei der „Wilden Grub“ (bei Rutzendorf), von einer „im Steinfurt“ (bei Volkersdorf). Letztere wurde 1519 gegen einen großen Acker von vier Morgen bei der Büchenmühle umgetauscht. Im Jahre 1522 wurde eine Wiese von Hans Weiß in Volkersdorf um 15 fl. (nach heutigem Geld etwa 450 RM) erworben. Später wurden auch Wälder angekauft und Geld auf Zinsen ausgeliehen. An Kirchweihen und anderen Feiertagen wurden Opfer „auf die Tafel“ gelegt, Geld oder Flachs, Eier, Käse u. a., die dann für die Kirchenkasse verwertet wurden. Die Kirche zu Immeldorf hatte jährlich zwei Pfund Wachs zur Kerzenbereitung zu liefern. Man hielt sogar längere Zeit Bienen, um für diesen Zweck Wachs zu gewinnen, wie aus den Kirchenrechnungen ersichtlich ist. Ebenso hielt man für das Gotteshaus Schafe, um aus dem Verkauf von Wolle und Jungschafen Einkünfte zu erzielen. So befand sich die Kirchenstiftung stets in bestem Stande und konnte mit der Zeit noch reichliche Überschüsse erzielen.

 Die Einnahmen dienten dazu, das Kirchlein in gutem Stande zu erhalten, die Ausgaben für die Gottesdienste zu bestreiten, die Geistlichen für ihre Amtsverrichtungen zu entschädigen u. dgl. Auch die „Zehrung“ bei der Rechnungsabhör wurde nicht vergessen, wobei sich sämtliche „Nachbauern“ (Nachbarn) von Neukirchen zu beteiligen pflegten.

 Über die spätere Geschichte siehe S. 215.


17. Die Sebastians-Bruderschaft und ihre Kirche.

 Bis zum Jahre 1813 stand im Kirchhof zu Sachsen noch die alte Kapelle der Sebastians-Bruderschaft. Man konnte sie wohl eine Kirche nennen, denn sie hatte einen erheblichen Umfang und glich einer kleinen Dorfkirche. Der Chor dieser Kapelle befand sich auf der Stelle, wo heute das Gefallenen–Denkmal steht; das Gemäuer erstreckte sich von da aus in gerader Richtung gegen Westen, so daß die Nordwestecke des Baues nahe an die heutige Südostecke der Hauptkirche heranreichte. Überreste von alten Grundmauern, die bei der Aushebung der Gräber immer wieder gefunden wurden, bestätigen den Umfang der Kirche.

 Wann die Kirche gebaut wurde, läßt sich nicht genau bestimmen. Es wird berichtet, daß über der auf der Westseite befindlichen Türe