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und der „Layenspiegel“ in Verbindung mit den übrigen Arbeiten von Sebastian Brant, Thomas Murner und Ulrich Molitoris. Endlich finden sich zahlreiche Sammelwerke und die Schriften der geistlichen Jurisprudenz.

Soweit in Deutschland und seinen Nachbarländern in der zweiten Hälfte des 15. und den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts überhaupt gedruckt wurde, beschäftigten sich die Druckereien auch mit Herstellung dieser juristischen Werke. Die angesehensten Druckereien in Basel, Straßburg, Augsburg, Nürnberg, in Köln und Leipzig, die in Rom und Venedig, in Löwen, Paris und Lyon (vorzugsweise deutsche) haben die hauptsächlichsten Schriften in zahlreichen Auflagen herausgegeben und einem ausgebreiteten Leserkreise zugänglich gemacht.

In Basel sind nachweislich vom Jahre 1473 bis gegen 1520 fast alle Hauptdruckereien auf dem gesamten Gebiete der populären Jurisprudenz beschäftigt. Das erste Werk ist das weitverbreitete „Vocabularium juris utriusque“, welches jedenfalls vor 1475, wahrscheinlich 1473 bei Michael Wenszler und Fr. Biel gedruckt, und in den Jahren 1481, 1482, 1483 und 1488 in Basel wiederholt aufgelegt wurde. Das „Repertorium juris“ wird 1474 bei Wenszler gedruckt; 1479 erscheint in Basel eine Ausgabe der „Casus summarii Decretalium“, 1484 eine solche des „Modus legendi abbreuiaturas“, 1487 bei Keßler die einzige vorhandene Ausgabe der „Tituli juris civilis et canonici“. Bei demselben Drucker sind auch die einzigen vorhandenen, von Sebastian Brant besorgten Ausgaben der „Annotationes sive reportationes margaritarum omnium Decretalium“ (ohne Jahreszahl) erschienen. Im Jahre 1488 kommen das „Repertorium Milis alias Absenti“, 1489 und 1493 zwei Ausgaben des „Formularium procuratorum et advocatorum curiae romanae“, 1490 der „Processus judiciarius Panormitani“ in Basel heraus. Die „Expositiones omnium titulorum legalium“, welche Sebastian Brant bearbeitet hat, sind bei Furter in fünf Ausgaben (1490, 1500, 1502, 1504, 1505), in je einer Ausgabe bei Jakob von Pforzheim (1508) und Adam Petri (1514) und in zwei Ausgaben (1514, 1515) bei Gregor Bartholomaei de novo Angermundio gedruckt. Furter ist auch der Drucker der einzigen Ausgabe der bedeutenden „Pannormia Ivonis“ (1499), bei ihm sind drei von Sebastian Brant besorgte Ausgaben des „Caccialupis de modo studendi“ (1500, 1505,

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 329. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_05.djvu/067&oldid=- (Version vom 1.8.2018)