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Buchdrucker lehren würde, was sie gegen ihren Kur- und Landesfürsten vor Respekt zu bezeugen haben.“ So weit Heigel.

Seit um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Jesuiten in Bayern Eingang gefunden und in Ingolstadt 1557 ihr erstes Kollegium errichtet hatten, war diese Universität ihre feste Burg geworden, von welcher aus sie einen Kampf auf Leben und Tod gegen die Reformation eröffneten und schließlich siegreich durchführten. Namentlich ging von dort auch die Verfolgung der Presse aus. Hier nur ein Beispiel, welches bis jetzt im Staube des augsburger Stadtarchivs vergraben gelegen hat und einen klaren Einblick in die Censurverhältnisse des von den Vätern Jesu beherrschten Herzogtums Bayern gestattet.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in ganz Deutschland wohl kaum einen gehaßtern und gefürchtetern „Sektierer“ als Kaspar Schwenckfeld (1490 bis 1561), der durch seine Tauf- und Abendmahlslehre, sowie durch die von ihm angestrebte Verinnerlichung der Religion, sowohl den katholischen als den protestantischen Gewalthabern äußerst unbequem war und auch den besondern Zorn Luthers gegen sich heraufbeschworen hatte. Seine Anhänger, wenn auch friedfertige und stille Leute, waren so gut wie vogelfrei; namentlich aber hatten sie in den süddeutschen Reichsstädten, in Straßburg, Augsburg und Ulm, wo Schwenckfeld die letzten Jahre seines Lebens zubrachte, Mißhandlungen und Unbilden aller Art auszustehen. In der Verfolgung dieses „greulichen Irthumbs“ stimmten Katholiken und Protestanten brüderlich überein, ja letztere übertrafen womöglich jene noch in ihrem Glaubenseifer. So ersuchte Herzog Christoph von Würtemberg am 20. August 1563 den Rat von Nürnberg um Beschlagnahme verschiedener Schwenckfeldscher Schriften, die dort gedruckt sein sollten. Der Rat antwortete am 18. November 1563, daß er diese Sektierer und ihre Konventikel unter keiner Bedingung dulde, daß er in allen Druckereien und Buchläden nach solchen Büchlein gefragt und gesucht, aber keine gefunden habe, und daß auch von der letzten frankfurter Messe keine in die Stadt gebracht worden seien. Ebenso beschwerte sich im Jahre 1571 Graf Albrecht von Hohenlohe beim Rat von Frankfurt über die dort gedruckten Schwenckfeldschen „Famoslibelle“. Letzterer ließ die Buchgasse nach ihnen durchstöbern, fand indessen, wie bei solchen Visitationen meist der Fall, keine dergleichen. Daß in Augsburg verschiedene Schriften

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 563. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_09.djvu/042&oldid=- (Version vom 1.8.2018)