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3. Kapitel.
Eine Mutter.

„Mama, darf ich nähertreten?“

Beatrix hatte ihren Lockenkopf durch die geschlossenen Portieren gesteckt, die das Baudoir der Gräfin Sarma von dem benachbarten Salon trennten.

„Bitte, Kind – Du störst mich nicht.“

Mit schnellen Schritten stand das junge Mädchen neben dem Diwan, auf dem ihre Mutter ruhte, eine trotz ihrer fünfzig Jahre noch immer schöne Frau, in deren Antlitz nur ein Zug von schmerzlichem Unbefriedigtsein die Harmonie störte.

Beatrix küßte die Gräfin zärtlich auf den Mund und ließ sich dann auf der Kante des Ruhebettes nieder.

„Schon zurück aus dem Museum, Wildfang?“ fragte Frau v. Sarma mit einer gewissen Neugierde, indem sie die Hand ihres Lieblingskindes in der ihren behielt. „Wie weit bist Du denn mit der Kopie des Rubens, Kleines? Geht Dir die Arbeit flott von der Hand?“

„Danke, Mama. – Ich bin zufrieden.“ Dann kam eine kleine Verlegenheitspause. „Mich führt heute ein besonderer Wunsch zu Dir,“ fuhr sie darauf fort und schlug die Augen unsicher zu Boden.

„Nun, und was wäre das für ein Wunsch?“

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/29&oldid=3325322 (Version vom 1.8.2018)