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8. Kapitel.
Ein wahrhaft Dankbarer.

Sechs Wochen sind seit den letzten Ereignissen verstrichen.

Gerhard Sicharski, der zur Fertigstellung des Modells doch mehr Zeit gebraucht hatte, als er zunächst annehmen konnte, befand sich seit drei Tagen in Dresden, wo er in einem bescheidenen Hotel am Hauptbahnhof abgestiegen war.

Als er mit dem sorgfältig in eine Kiste eingepackten Motor-Modell, das er in halber natürlicher Größe angefertigt hatte, in einem Auto nach dem Hauptkontor der Lüdersschen Maschinenfabriken fuhr, pochte ihm doch das Herz recht stark vor Aufregung. Wußte er doch, daß er heute zum ersten Mal dem Großvater seines gütigen Schutzengels gegenüberstehen würde.

Eine Viertelstunde verging. Dann war der große Moment da. Gerhard betrat das Arbeitszimmer des mächtigen Großindustriellen.

Dieser wies nach kurzer Begrüßung und nachdem er den Besucher ungeniert von oben bis unten gemustert hatte, auf einen der steiflehnigen Stühle, die im Halbkreise um den mit Zeichnungen und Papieren bedeckten Mitteltisch standen.

„Nehmen Sie Platz, Herr Sicharski. – So, und nun zeigen Sie mir nur gleich das Modell und halten Sie mir einen kurzen, erklärenden Vortrag. Die eingehende Prüfung geschieht dann durch die Ingenieure meines Konstruktionsbüros. Ich habe heute nämlich wenig Zeit. Wenn man so einige Wochen Ferien gemacht hat, dann gibt es eine schwere Menge zu tun.“

Gerhard hatte mit einem Mal alle Zaghaftigkeit abgestreift.

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 75. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/75&oldid=3325372 (Version vom 1.8.2018)