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Und dann reisen wir sofort auf längere Zeit nach Italien.“

Sie jubelte innerlich. Und doch widersprach sie ihm zum Schein, nur zum Schein. Als sie dann das Auto wieder bestiegen, waren sie völlig einig. Und Margot hatte jetzt nur einen Wunsch: Schnell zu ihrem Vater hin, um diesem die frohe Botschaft mitteilen zu können.

Inzwischen hatte die Sonne, die jetzt siegreich das Gewölk durchbrochen hatte, den Schnee bereits zum größten Teil in feuchten, schlüpfrigen Schmutz verwandelt. Schon einmal war der Wagen an einer Straßenbiegung mit den Hinterrädern abgerutscht und fast gegen die Bordsteine geschleudert worden. Das mahnte Gustav Burmeester zur Vorsicht.

Für kurze Zeit hatte er die Schnelligkeit herabgemindert. Aber in seinem Glücksgefühl, daß Margot nun endlich die Seine war, vergaß er nur allzu schnell den gefährlichen Weg. Wieder raste er dahin mit Eilzugsgeschwindigkeit. Er fühlte, wie gut ihm der schlanke Wagen gehorchte. Er kannte seine Nerven, seine ruhige Hand.

Da, als sie einem Milchfuhrwerk, das trotz allen Tutens die Mitte des Weges nicht freigab, ausweichen wollten, geschah das Unglück. Und so blitzesschnell überraschte es sie, daß Margot nicht einmal Zeit fand, einen Angstruf auszustoßen. Die Vorderräder gehorchten auf dem feuchten, wie mit Seife eingeschmierten Boden dem Steuer nicht, das Auto prallte gegen einen der Chausseebäume, überschlug sich, und beide Insassen wurden herausgeschleudert.




Acht Tage später. – Margot Bellersen, die bei dem Unfall den linken Fuß zweimal gebrochen hatte, lag in ihrem mit hellblauer Seide ausgeschlagen Schlafzimmer.

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/90&oldid=3325388 (Version vom 1.8.2018)