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nach Dresden zu seinem Gönner, dem Geheimrat Lüders.

Das Wiedersehen zwischen den beiden Herren gestaltete sich außerordentlich herzlich. Und dann sprachen sie von der Zukunft, von Beatrix v. Sarma.

„Ich bin dem, was ich mir vorgenommen habe, treu geblieben, Herr Geheimrat,“ erklärte Gerhard mit gewissem Stolz. „Nur kurze Kartengrüße habe ich mit meinem lieben guten Engel gewechselt.“

Der alte Herr nickte versonnen und dann kamen sie auf geschäftliche Dinge zu sprechen. Gerhard, der sich seiner Zeit schriftlich verpflichtet hatte, als Ingenieur in das Konstruktionsbureau der Firma einzutreten, bat um Entbindung von dieser Zusage.

„Mein Freund Norgard und ich wollen uns vollständig unserem Ölgebiet widmen,“ erklärte er. „Einer allein vermag die Arbeit nicht zu schaffen. Ich werde die technische Leitung, er die kaufmännische übernehmen. Wir haben ja jetzt schon gegen fünfhundert Angestellte und Arbeiter.“

Der Geheimrat war natürlich einverstanden, daß der Kontrakt gelöst wurde. Und dann fügte er eifrig hinzu: „Jedenfalls war es von Ihnen und Ihrem Freunde sehr klug, daß Sie das Anerbieten des Konsortiums, das Ihnen die Ölquellen abkaufen wollte, ablehnten. Sie hätten sonst Millionen von sich geworfen.“

Der frühere Kunstschlosser lachte.

„Die Herren Amerikaner hofften uns gründlich übers Ohr hauen zu können, Herr Geheimrat. Sie dachten, ihr Angebot von acht Millionen Dollar würde derart locken, daß wir blindlings zugriffen. Nun, da kannten sie eben Fritz Norgard schlecht. Der nimmt es mit dem geriebensten Yankee noch alle Tage auf.“

Und dann kam der große Tag, an dem Gerhard

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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 95. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/95&oldid=3325393 (Version vom 1.8.2018)