Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/106

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Sie kennen meinen Oncle nicht, wenn Sie glauben, daß er in die Versuchung gerathen dürfte, bei seiner Liebe großen Aufwand zu machen. Sie werden nicht leicht durch ein wichtiges Geschenke von ihm in Verlegenheit gesetzet werden. Er ist gewohnt seine Anschläge, die alle ins Große fallen müssen, mit wenigen Kosten auszuführen. Herr Lampert, der unerschöpflich ist an witzigen Erfindungen, und alle Absichten meines Oncles gern mit den seinigen verbindet, um sie desto leichter auszuführen, hat seit einiger Zeit, ich weiß nicht was für wunderliche Träume gehabt, Kargfeld in einen Sitz der Künste und Wissenschaften zu verwandeln. Ich wünschte, daß er so reich an Mitteln als an Anschlägen wäre, so würde er aus diesen Ort gewiß ein Versailles oder Paris machen. Sie wissen, wenn mein Oncle geheimen Rath hält, daß er darinne Sitz und Stimme hat. Seine Einbildungskraft giebt ihm also bei der Unentschlossenheit, worinne er den Baron siehet, den Herrn v. N. durch gute Rathschläge

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 104. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/106&oldid=- (Version vom 1.8.2018)